0 Bewertungen
20.05.2008 
Neues Werk geplant

Ansturm auf Russlands Automarkt

von Holger Alich

Enorme Wachstumsraten locken die Autokonzerne in den Osten. Peugeot schließt sich jetzt mit Mitsubishi zusammen, um ein neues Werk bei Moskau zu bauen. Und Konkurrent Renault hat sich einen besonderen Partner für den russischen Markt ausgeguckt.

Das Peugeot-Modell 4007 basiert auf einem Mitsubishi-Modell. Foto: dpaLupe

Das Peugeot-Modell 4007 basiert auf einem Mitsubishi-Modell. Foto: dpa

PARIS. Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën baut seine Partnerschaft mit Mitsubishi Motors aus, um den russischen Markt zu erobern. Beide Konzerne haben ein Joint Venture gegründet, um gemeinsam in Russland geländegängige Autos (SUVs) und Fahrzeuge der unteren Mittelklasse zu bauen. Dazu soll das geplante Werk von PSA bei Kaluga (180 km südwestlich von Moskau) erweitert werden. Das Investitionsvolumen für das neue Werk beliefe sich für Peugeot auf "300 bis 350 Mill. Euro", teilte Konzern-Chef Christian Streiff gestern mit. PSA und Mitsubishi kooperieren bereits seit 2005.


» Auto-News in Bildern:
Das Wichtigste vom Automarkt zum Durchklicken
– In großen Bildern und kurzen Texten.

Das neue Werk soll Anfang 2011 die Produktion aufnehmen und etwa 3 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die sollen 160 000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Rund 50 000 davon sollen Geländewagen sein, die dann unter den drei Marken Peugeot, Citroën und Mitsubishi verkauft werden. Die Franzosen werden 70 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, die Japaner 30 Prozent. "Dementsprechend verläuft auch die Verteilung der dort gebauten Wagen", sagte Streiff. In Europa baut PSA bereits die SUVs Peugeot 4007 und den Citroën C-Crosser, die technisch auf den Mitsubishi Outlander basieren.

Die enormen Wachstumsraten des russischen Marktes locken derzeit die Autohersteller an. Vergangenes Jahr wuchs der Markt um 64 Prozent. Nach Ansicht von PSA-Chef Streiff dürfte das Marktvolumen "sehr schnell die Marke von drei Millionen verkauften Autos pro Jahr überschreiten." Derzeit haben von 1 000 Russen nur 200 ein Auto. In Deutschland besitzen dagegen 550 von 1000 Bewohnern ein Auto. Im Jahr 2010 würden sich 45 Millionen russische Haushalte ein eigenes Auto leisten können, schwärmt auch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn.

Die Europäer spielen in Russland aber noch eine Nebenrolle. PSA kommt nach eigenen Angaben auf einen Marktanteil von rund 1,5 Prozent. Dank des neuen Werkes soll der Marktanteil mittelfristig auf fünf bis sechs Prozent ausgebaut werden. Der Volkswagen-Konzern kommt auf drei Prozent. Größter nicht-russischer Hersteller ist General Motors mit der Tochter Opel. GM hat er vor wenigen Jahren ein neues Werk in St. Petersburg in Betrieb genommen, in dem neben Chevrolet auch Opel Antara gebaut werden.


» Bilderstrecke: Die Lieblinge der Fuhrpark-Manager


Lesen Sie weiter auf Seite 2: Renault will den Platzhirsch auf Vordermann bringen

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

Eick löst Middelhoff als Arcandor-Chef ab  Artikel in Merkliste

Das ist ein Paukenschlag in der deutschen Unternehmenslandschaft: Der Noch-Finanzvorstand der Deutschen Telekom, Karl-Gerhard Eick, wird neuer Vorstandschef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Was aus dem aktuellen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wird, ist noch unklar. Artikel


Anzeige