Anteil an Evonik wird verringert
RAG-Stiftung verschafft sich Geld für Investitionen

„Ein gewisses Konzentrationsrisiko“: Die RAG-Stiftung will ihre Abhängigkeit von der größten Beteiligung Evonik reduzieren. Mit ihrer Milliarden-Schlagkraft will die Stiftung dagegen groß in den Mittelstand investieren.
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EssenMit einem Verkauf von Aktien des Chemiekonzerns Evonik und der Übernahme von Mittelständlern will die RAG-Stiftung ihr Ziel erreichen, die Steuerzahler von Folgekosten des Steinkohlebergbaus in Deutschland zu befreien. „Die Stiftungslösung funktioniert“, sagte Stiftungschef Werner Müller am Mittwoch in Essen.

Über zwölf Milliarden Euro Vermögen habe die Stiftung bereits angehäuft, allein 2013 konnten die Rückstellungen um rund 1,2 Milliarden Euro aufgestockt werden. Über 920 Millionen Euro strich Müller dabei durch den Verkauf von Evonik-Aktien ein. Die größte Beteiligung der Stiftung war im April 2013 an die Börse gegangen.

Am Mittwoch kamen noch einmal rund 600 Millionen Euro und damit mehr als ursprünglich angepeilt hinzu – die Stiftung schloss die Bücher für eine Umtauschanleihe auf nun rund drei Prozent des Evonik-Grundkapitals. Weitere Anteile an dem Chemieriesen würden verkauft, um sich weniger abhängig von der Chemie zu machen, kündigte Müller an. Im Gegenzug will er in mittelständische Unternehmen „möglichst weit weg von der Chemie“ investieren, Käufe in einer Größenordnung von einer Milliarde Euro würden geprüft. Bis zum Jahresende sollte es erste Übernahmen geben.

Die RAG-Stiftung soll für die Folgekosten des 2018 auslaufenden subventionierten Steinkohleabbaus in Deutschland aufkommen, etwa für das Abpumpen von Grubenwasser. Unter ihrem Dach sind die verbliebenen Zechen gebündelt. „Wenn wir nichts unternehmen würden, läge eines Tages der Essener Hauptbahnhof unter Wasser“, sagte Müller. Denn auch durch die Folgen des über Jahrhunderte andauernden Bergbaus liegen weite Teile des Ruhrgebiets zehn bis 15 Meter unter dem Niveau des Rheins.

Rund 220 Millionen Euro müsse die Stiftung ab 2019 jährlich finanzieren - „das sollten wir schaffen“, sagte Finanzchef Helmut Linssen. Derzeit sind die Evonik-Dividenden wichtige Einnahmequelle. Neben der Stiftung ist auch der Finanzinvestor CVC an Evonik beteiligt – dieser hatte bereits im November 2013 eine Wandelanleihe auf Evonik-Aktien begeben.

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