Anteil von 36 Prozent gesichert
Schaeffler steht vor Übernahme von Conti

Die fränkische Schaeffler-Gruppe steht kurz vor der Übernahme des Dax-Konzerns Continental. Das Familienunternehmen habe sich einen Anteil von rund 36 Prozent an Conti gesichert, erfuhr das Handelsblatt aus mit der Situation vertrauten Finanzkreisen. Dabei hat Schaeffler offenbar ein Hintertürchen genutzt.

Bei der Transaktion würden die Franken von verschiedenen Kreditinstituten, darunter die Royal Bank of Scotland, Dresdner Bank, Deutsche Bank und Merrill Lynch, unterstützt. "Schaeffler hat sich durch die Hintertür angeschlichen", hieß es. Durch die Verteilung auf verschiedene Banken und den Einsatz von Optionen werde die gesetzliche Meldepflicht umgangen. Schaeffler lehnte eine Stellungnahme ab.

"Das ist das Modell Porsche", hieß es mit Verweis auf das Vorgehen der Stuttgarter bei der Übernahme von VW. Für Conti sei das eine schwierige Situation. Als Abwehr denkbar sei unter anderem der rechtliche Weg, weil Schaeffler sich offenbar den Einfluss auf Conti gesichert habe, ohne ein Angebot an die freien Aktionäre abzugeben. Das könnte ein Fall für die Finanzaufsicht BaFin sein. Als nahezu aussichtslos dürfte sich angesichts der Größe des Aktienpakets die Suche nach einem so genannten weißen Ritter erweisen.

Der Dax-Konzern Continental stellt sich dennoch auf die Abwehr einer feindlichen Übernahme durch den Wälzlagerspezialisten Schaeffler ein. Contis Vorstandschef Manfred Wennemer und sein Finanzchef Alan Hippe bereiteten entsprechende Maßnahmen vor, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Die Kontrolleure wollen in den nächsten Tagen über die Abwehrstrategie beraten. Bereits in der vergangenen Woche hat der Vorstand die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, den Übernahmeversuch zu vereiteln, berichten Finanzkreise.

Damit ist eine Übernahmeschlacht um den zweitgrößten deutschen Automobilzulieferer entbrannt. Es ist das erste Mal, dass ein nicht börsennotiertes Familienunternehmen nach einem Dax-Konzern greift. Am Montag bestätigten sowohl Continental als auch Schaeffler offiziell lediglich ein "kurzes Gespräch". Es soll Freitag auf höchster Ebene stattgefunden haben, inklusive Conti-Vorständen und Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger.

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