Anteil vorher irrtümlich zu niedrig angegeben
Rheinmetall hat neuen Großaktionär

Überraschent hat der Rüstungs- und Zulieferkonzern Rheinmetall mit der luxemburgischen Versicherung Lombard einen neuen Großaktionär erhalten.

HB DÜSSELDORF. Lombard habe Rheinmetall am Freitag mitgeteilt, dass ihr Anteil am Stammkapital des Unternehmens 14,7 Prozent und damit deutlich mehr als die bisher angegeben 7,4 Prozent betrage, sagte ein Rheinmetall-Sprecher am Freitag. Lombard habe erklärt, ihren im vorigen Jahr erworbenen Anteil an Rheinmetall-Stammaktien irrtümlich zu niedrig berechnet und angezeigt zu haben.

Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sagte, die Behörde werde den Vorgang überprüfen. Das Gesetz sehe vor, dass Investoren dem BaFin und der entsprechenden Gesellschaft unverzüglich mitteilen, wenn ihr Anteilsbesitz bestimmte Grenzen, etwa von fünf oder zehn Prozent an dieser Gesellschaft überschreite. Auch bei Irrtümern sehe das Gesetz Sanktionsmöglichkeiten vor.

Lombard habe bei der Berechnung des eigenen Anteils die gesamte Börsenkapitalisierung von Rheinmetall und nicht nur das stimmberechtigte Grundkapital zugrunde gelegt, sagte der Rheinmetall-Sprecher. Damit sei die luxemburgische Versicherungsgruppe nun zweitgrößter Anteilseigner bei den Stammaktien nach den Röchlings.

Der Röchling-Anteil an Rheinmetall liege unverändert bei 42,1 Prozent, teilte der Konzern in einer Pflichtveröffentlichung weiter mit. Diese Beteiligung errechne sich aus 73,7 Prozent der Stammaktien und 10,5 Prozent der Vorzüge. In der Vergangenheit war wiederholt über einen Rückzug der Röchlings aus Rheinmetall spekuliert worden. Ein Röchling-Sprecher widersprach diesen Spekulationen am Freitag. „Wir stehen zu Rheinmetall“, sagte er.

Über potenzielle Investoren beim traditionsreichen Rüstungskonzern gibt es zahlreiche Gerüchte. In diesem Zusammenhang wurde häufig die amerikanische Private-Equity-Firma Carlyle genannt, die über Kontakte zu US-Rüstungsfirmen verfügt. Carlyle hatte erst Anfang der Woche Medienberichte dementiert, wonach sie über Lombard bei Rheinmetall einsteigen wolle. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Rheinmetall-Vorzugsaktie hatte auf diese Spekulationen, wie bei früheren derartigen Marktgerüchten auch, mit einem kräftigen Kursaufschlag reagiert. Am Freitagnachmittag notierten die Titel bei 37,31 Euro gut ein Prozent fester.

In der Rheinmetall-Wahrnehmung sei Lombard eine Versicherung mit einem langfristig orientierten Anlagehorizont, sagte der Rheinmetall-Sprecher. Insofern passe der Aktionär gut zum Unternehmen. Rheinmetall habe den Irrtum über den Anteilsbesitz von Lombard auf der diesjährigen Hauptversammlung nicht erkennen können, da Lombard seine Aktien offenbar nicht angemeldet habe.

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