Anteile an Lada-Hersteller gekauft
Renault steigt in den russischen Markt ein

Mit der Übernahme von gleich 25 Prozent des russischen Lada-Herstellers AvtoVaz steigt der französische Autobauer Renault gleich im großen Stil in den russischen Markt ein. In einer zweijährigen Bieterschlacht um den Konzern stachen die franzosen internationale Konkurrenz aus.

HB PARIS/MOSKAU. Der französische Autobauer Renault steigt mit dem Kauf eines 25-Prozent-Anteils am Lada-Hersteller AvtoVaz in großem Stil in den russischen Markt ein. Der größte Autobauer Russlands solle später auch Autos der Marken Renault und Nissan bauen, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn am Samstag am AvtoVaz-Sitz in Togliatti. Renault habe sich in zwei Jahre dauernden Verhandlungen gegen die Mitbieter General Motors und Fiat durchgesetzt, weil der Konzern die Identität von Lada respektiere, sagte Ghosn. Zum Kaufpreis wollte sich Renault nicht äußern.

Verkäufer des Anteilspakets, mit dem die Franzosen eine Sperrminorität an AvtoVaz erhalten, ist die russische Firma Rosoboronexport, der gut 75 Prozent an dem Autobauer gehören. Sie will ein weiteres Aktienpaket an die Börse bringen, aber mindestens 25 Prozent behalten. Rosoboronexport-Chef Sergej Tschemesow sagte: „Sie haben uns einen fairen Preis gegeben.“

AvtoVaz will mit Hilfe aus Frankreich auf Expansionskurs gehen. Die Produktion solle auf 1,5 Mill. Autos im Jahr gesteigert werden, sagte Tschemessow. Von Januar bis September dieses Jahres setzte AvtoVaz 472 000 Autos ab. Renault und Nissan, an der die Franzosen mit 44 Prozent beteiligt sind, wollten den Russen unter anderem Antriebstechnik zur Verfügung stellen, sagte Ghosn. Renault gehört in Osteuropa bereits der rumänische Autobauer Dacia, der mit einer Niedrigpreisstrategie auch auf westeuropäische Märkte drängt.

Viele westliche Autobauer versuchen derzeit, in Russland Fuß zu fassen. Volkswagen hat kürzlich ein eigenes Werk in Kaluga südlich von Moskau eröffnet. In diesem Jahr werden dort 2,5 Mill. Fahrzeuge verkauft, bis 2011 könnte das Land mit 3,3 Mill. Autos der größte europäische Markt werden. In Deutschland wird im laufenden Jahr ein Rückgang der Zulassungen auf 3,16 Mill. neue Autos erwartet.

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