Anteilsverdopplung bei Kartellamt angemeldet
VW strebt nach mehr Einfluss bei MAN

Im Übernahmepoker um den schwedischen Lastwagen-Bauer Scania will sich Großaktionär Volkswagen offenbar eine bessere Position verschaffen. Der Autobauer hat beim Bundeskartellamt eine massive Aufstockung seiner Anteile am Scania-Interessenten MAN angemeldet.

HB DÜSSELDORF. Der VW-Konzern habe bei den Wettbewerbshütern Pläne für eine Minderheitsbeteiligung in einer Höhe von bis zu 30 Prozent vorgelegt, sagte eine Sprecherin des Bundeskartellamts am Freitagmorgen. Das Kartellamt veröffentlichte die Anmeldung bereits auf seiner Internet-Seite. Die Kartellwächter müssen nun prüfen, ob eine solche Beteiligung den Wettbewerb behindern könnte.

„Wir haben eine Minderheitsbeteiligung von mehr als 25 Prozent angemeldet“, sagte eine VW-Sprecherin am Freitag in Wolfsburg. Gleichzeitig bestätigte sie frühere Aussagen von VW-Chef Bernd Pischetsrieder, keinesfalls mehr als 30 Prozent an MAN halten zu wollen, weil das Gesetz dann ein öffentliches Übernahmeangebot vorschreibt. VW ist mit rund 15 Prozent an MAN beteiligt. Die Wolfsburger waren eingestiegen kurz nach der Ankündigung der Münchener, den schwedischen Konkurrenten Scania übernehmen zu wollen.

VW ist mit 34 Prozent der Stimmrechte größter Aktionär bei Scania. Volkswagen-Chef Pischetsrieder will das Lkw-Geschäft von MAN und Scania verschmelzen und VW-Lastwagen-Produktion in Brasilien in das neue Unternehmen einbringen. So soll ein neuer Lkw-Riese entstehen, der es mit Weltmarktführer Daimler-Chrysler aufnehmen kann. Am Ende will VW seinen Einfluss auf den neuen Lkw-Bauer mit einer Sperrminorität gewahrt wissen. Der Ausbau des MAN-Anteils würde die Stellung entsprechend stärken.

Der Scania-Vorstand und der schwedische Scania-Großaktionär Investor haben bislang jedoch alle Gesprächsangebote aus München abgelehnt.

VW hat keine Übernahmepläne

Die MAN-Aktien legten nach Bekanntwerden der VW-Pläne um 2,3 Prozent auf 71,64 Euro zu. Die Anteilsscheine von Volkswagen notierten mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 76,55 Euro.

Die Kartellwächter haben vier Wochen Zeit, um die Zulässigkeit der Pläne zu prüfen. Haben sie Bedenken, können sie diese Frist auch verlängern. Die Anmeldung fällt nach Angaben der Sprecherin in die Kompetenz des Bundeskartellamts und nicht in die der EU-Kommission, da es sich um Pläne für die Übernahme eines Minderheitsanteils handelt. Eine komplette Übernahme in dieser Größenordnung wäre ein Fall für die Brüsseler Wettbewerbshüter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%