Anteilsverkauf
GM will sich von Isuzu lösen

General Motors (GM) hat angekündigt, sich von einer weiteren Beteiligungen an einem japanischen Autobauer zu trennen. Nach Subaru und Suzuki ist es dieses Mal der Nutzfahrzeughersteller Isuzu. Dabei hatten die beiden Konzerne gerade erst große Zukunftspläne geschmiedet.

HB TOKIO. Isuzu bestätigte am Donnerstag, man führe derzeit Gespräche mit seinem größten Anteilseigner GM über einen möglichen Verkauf des Aktienpakets. An der seit 35 Jahren bestehenden strategischen Geschäftsallianz mit Projekten in mehr als 90 Ländern werde sich dadurch jedoch nichts ändern. Der US-Konzern, der seit 1971 mit Isuzu in einer Kapital- und Geschäftsallianz verbunden ist, hält derzeit 7,9 Prozent an dem japanischen Lastwagenbauer.

Käufer für den GM-Anteil gibt es offenbar schon. Die beiden an Isuzu beteiligten japanischen Handelshäuser Mitsubishi Corp. und Itochu Corp. gaben bekannt, dass sie einen Kauf der GM-Aktien „wohlwollend“ erwägten. Es sei jedoch nichts entschieden. Die führende japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ hatte zuvor berichtet, Isuzu habe die beiden Konzerne gebeten, die Anteile von GM zu übernehmen.

Gemessen am Schlusskurs vom Mittwoch ist der GM-Anteil an Isuzu umgerechnet 270 Mill. Euro wert. Das Geld kann der US-Autobauer gut gebrauchen, hatte er doch im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 10,6 Mrd. Dollar eingefahren. Der nach Stückzahlen weltgrößte Pkw-Produzent hat vor allem in den USA Marktanteile an asiatische Konkurrenten verloren. Mit der Entlassung zehntausender Mitarbeitet und Werksschließungen in Nordamerika soll das Unternehmen wieder rentabel werden.

In Asien hat sich GM bereits vor dem nun geplanten Isuzu-Verkauf von Beteiligungen getrennt. Er stieß Aktien des Subaru-Mutterkonzerns Fuji Heavy Industries sowie von Suzuki ab. Für ersteres Geschäft bekam GM 300 Mill. Euro, für letzteres 1,67 Mrd. Euro. An Suzuki hält GM jetzt noch 3 Prozent; auch die Partnerschaft beim Bau von Autos wird fortgesetzt.

Mit Isuzu ist beziehungsweise war die Verbindung noch intensiver. Im Oktober 2005 hatte das US-Unternehmen seinen 40-Prozent-Anteil am gemeinsamen Lastwagen-Geschäft in Australien komplett an die Japaner abgetreten. Ähnliches sollte laut Medienberichten in Südafrika passieren. Ziel war es, dass sich Isuzu zum zentralen Lastwagenbauer für den General-Motors-Konzern aufschwingt. Das sollte dem defizitären US-Autoriesen ermöglichen, sich aufs Pkw-Geschäft zu konzentrieren. Was aus diesen Plänen nun wird, ist unklar.

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