Anti-Baby-Pillen: US-Klagen könnten Bayer Milliarden kosten

Anti-Baby-Pillen
US-Klagen könnten Bayer Milliarden kosten

Im Streit um Thrombose-Gefahren seiner Anti-Babypillen hat Bayer weitere Vergleiche in den USA geschlossen. Mindestens 110 Millionen Dollar will der Konzern Klägern zahlen - daraus könnte nun eine Milliardensumme werden.
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FrankfurtAuf Bayer kommen im Rechtsstreit um Thrombose-Gefahren seiner Anti-Babypillen Yaz und Yasmin in den USA möglicherweise Milliardenkosten zu. Der Konzern werde zur Beilegung von rund 500 Klagen mindestens 110 Millionen Dollar zahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf Personen, die mit dem Vergleich vertraut sind.

Bayer habe zugestimmt, pro Fall im Schnitt 220.000 Dollar zu zahlen. Analysten taxierten nun die Gesamtkosten zur Beilegung aller mehr als 11.000 Fälle auf über zwei Milliarden Euro.

An der Börse kam die Nachricht nicht gut an: Die Aktie büßte rund ein Prozent auf 51,28 Euro ein. Der Dax lag zugleich 0,6 Prozent im Minus. Anleger hätten bislang die Risiken im Zusammenhang mit den Prozessen übersehen, kommentierte das Bankhaus J.P. Morgan. „Der Vergleich impliziert, dass die gesamte Belastung mehr als zwei Milliarden Euro betragen könnte.“ Bisherige Schätzungen zu den Kosten seien daher möglicherweise zu niedrig gewesen.

Die Vergleiche sind dem Agenturbericht zufolge erzielt worden, nachdem ein Bundesrichter in Illinois einen Prozesstermin verschoben habe. Einem Mediator sollte so Zeit gegeben werden, Vergleiche auszuhandeln. Bayer wollte den Bericht nicht bestätigen. Eine Sprecherin in Berlin bekräftigte lediglich, dass Bayer in dem Streit weiterhin auch Vergleichsvereinbarungen erwägen werde.

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