Anti-Dumping-Klage

China droht mit Handelskrieg

Nach der Klage europäischer Solarunternehmen zeigen die chinesischen Konkurrenten harte Kante. Firmenchefs von chinesischen Solarriesen drohen der EU und schalten Peking ein.
Update: 26.07.2012 - 15:20 Uhr 34 Kommentare
Die chinesische Solarbranche hat Angst vor möglichen Schutzmaßnahmen der EU. Quelle: AFP

Die chinesische Solarbranche hat Angst vor möglichen Schutzmaßnahmen der EU.

(Foto: AFP)

PekingDie Anti-Dumping-Klage europäischer Solarfirmen treibt die chinesischen Wettbewerber auf die Barrikaden: Firmenbosse der Branchengrößen Yingli, Suntech, Trina und Canadian Solar drohten am Donnerstag mit einem Handelskrieg.

„Wir werden bei der chinesische Regierung vorsprechen und fordern, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die legitimen Interessen der chinesischen Solarindustrie zu schützen“, sagte Yingli-Chef Wang Yiyu bei einer Pressekonferenz mit den drei anderen Firmenmanagern. Mögliche Strafzölle auf Solarimporte aus China würden „einen umfassenden Handelskrieg zwischen der EU und China auslösen, der auf beiden Seiten nur zu enormen Verluste führen wird.“ Schutzmaßnahmen seitens der EU wären ein „tödlicher Schlag“, warnten sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Nicht nur bei den Chinesen stößt die Klage auf Kritik. Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bundesstag, nannte den drohenden Handelskrieg mit China in Zeiten der Euro-Krise für die exportorientierte europäische Wirtschaft ein „Harakiriprogramm“. Er fügte hinzu: „Anti-Dumping-Klagen behindern die Energiewende, weil sie einen weiteren Preisrutsch der Module ausbremsen, womit auch die schnelle Entwicklung sich selbsttragender Märkte behindert wird.“

Dagegen hatte der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier seine Unterstützung für Einfuhrzölle zugesagt. Es müsse einen fairen Wettbewerb auf dem Weltmarkt bei der Produktion von Solarpanelen geben, hatte er gefordert.

Die größten Solarzellenhersteller der Welt
Bilanz Solarworld
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Platz 20 - Solarworld

Das deutsche Unternehmen Solarworld hat ein Horrorjahr hinter sich und ist nur noch auf Rang 20 der Welt. Der Bonner Solarmodulehersteller produzierte im vergangenen Jahr 525 Megawatt an Leistung. 2007 war Solarworld noch auf Platz sieben des weltweiten Rankings.

Kyocera-Produktionswerk Shilong
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Platz 18 - Kyocera

Der japanische Hersteller Kyocera findet sich nur auf Platz 18 des Rankings wieder. Im vergangenen Jahr lag die Produktion bei 660 Megawatt. 2010 waren es nur zehn Megawatt weniger. 2007 war Kyocera noch der viertgrößte Solarzellenhersteller der Welt.

2012 Consumer Electronics Show Showcases Latest Technology Innovations
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Platz 16 -Sharp

Sharp ist ein Verlierer der letzten Jahre. Das japanische Unternehmen war früher die Nummer zwei. 2011 kommt Sharp nur noch auf Rang 16 der Rangliste. Die Japaner produzierten im vergangenen Jahr 725 Megawatt. 2010 waren es noch 910 Megawatt.

q-cells Hauptgebäude Zentrale
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Platz 13 - Q-Cells

Der deutsche Hersteller Q-Cells war früher Weltmarktfrüher. Mittlerweile ist das Unternehmen auf Rang 13 abgerutscht. Am 3. April 2012 hat der Hersteller aus Bitterfeld-Wolfen Insolvenz angemeldet. Im vergangenen Jahr produzierte Q-Cells Zellen mit einer Leistung von 790 Megawatt. Im Jahr 2010 waren es noch 1014 Megawatt.

huGO-BildID: 23784210 This photo taken on September 22, 2011 shows people visiting the Taiyangshan solar panel field in northern China's Ningxia regi
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Platz 6 - Motech

Motech aus Taiwan ist auf dem sechsten Platz der größten Solarzellenhersteller. Mit 1010 Megawatt produzierte Motech knapp sieben Prozent mehr als im Jahr 2010 (945 Megawatt).

China US Solar Dispute
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Platz 5 - Trina

Trina ist der fünftgrößte Solarzellenhersteller. Die Produktion der Chinesen nahm gegenüber dem Vorjahr um knapp 48 Prozent zu. Trina produzierte im Jahr 2011 1550 Megawatt Leistung.

China Solar City
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Platz 4 - Yingli

Den vierten Platz nimmt der Hersteller Yingli aus China ein. Mit 1604 Megawatt produzierte Yingli 2011 rund 51 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr (1060 Megawatt).

EU-Kommission hat 45 Tage Zeit
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34 Kommentare zu "Anti-Dumping-Klage: Chinas Solarriesen drohen mit „Handelskrieg“"

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  • Dass die Chinesen Solarmodule herstellen,

    ist ja an sich nichts Verwerfliches.

    Dass die Chinesen die Solarindustrie fördern auch nicht,

    aber dass China seine eigenen Module kaum im inländischen,chinesischen Markt vertreibt,

    ist der der eigentliche Skandal, abgesehen davon, dass ihre Solarbranche,

    die Produkte unter dem eigenen Herstellungspreis verkauft,

    weil Ihnen Ihre Regierung die Differenz durch zinslose Kredite „sponsert“!

    Daran sieht man, dass es den Chinesen nur um die aggressive Vorherrschaft auf dem Weltmarkt geht!

    Module aus China werden meist mit billigem, aber umweltzerstörendem

    Atom und Kohlestrom gefertigt.

    Aber da muessen wir Deutschen uns auch an die eigene nase fassen,

    Geiz ist geil, das ist doch unser slogan

    Oder?
    Johann v.G Thoma

  • So ein Unsinn!

  • Im Auftrag des Teufels:
    Man muss dem Herrn Aspeck schon Respekt zollen, auch wenn er es mit Sicherheit nicht nur aus lauter "Gutmenschentum" macht! Ich finde, wir haben schon viel zu lange im „Auftrag des Teufels“ (gemeint ist der Film mit Al Pacino) gearbeitet und brav unseren Kotau vor den Chinesen gemacht, pflichtschuldig Menschenrechte angemahnt, um dann gleich wieder zur Tagesordnung bzw. zum "Business all usual“ überzugehen. Jetzt rächt sich (für die Solar Branche) die jahrelange "Katzbuckelei" gegenüber China. Es musste doch jedem klar sein, dass die Chinesen eiskalt abwägen, was ihnen nützt und was nicht! Nicht umsonst haben sie Investoren und Knowhow hereingelassen, solange sie noch nicht selbst soweit waren, jetzt haben sie alles fein säuberlich kopiert und produzieren auf unseren Hightech-Maschinen Top-Module, jedoch bar jeder marktwirtschaftlichen Grundregel, der Staat pumpt ja Zuschüsse (des in Unmengen vorhandene Geld) in die chinesischen Fabriken.

  • Hallo Vandale!

    Bevor sie schon wieder Unsinn schreiben, auch hier erst Nachdenken !!

    Es gibt keine größeren (von der Atomlobby) erzwungenen Subventionen als die weltweit technisch und ökologisch nicht beherrschbare Entsorgung von Atommüll für eine million Jahre!
    D.h. ca. 40.000 Generationen werden uns noch verfluchen falls es dann noch Überlebende gibt!

    Fazit (kann nicht oft genug wiederholt werden!!):
    Wenn wir in den Industriestaaten für die Klimaerwärmung und weltweiten Umweltzerstörungen haftbar gemacht werden könnten, dann wären wir die Ärmsten der Welt, und die Naturvölker die Reichsten!!

    BBS

  • Man muss dem Herrn Aspeck schon Respekt zollen, auch wenn er es mit Sicherheit nicht nur aus lauter "Gutmenschentum" macht!

    Ich finde, wir haben schon viel zu lange im „Auftrag des Teufels“ (gemeint ist der Film mit Al Pacino) gearbeitet und brav unseren Kotau vor den Chinesen gemacht, pflichtschuldig Menschenrechte angemahnt, um dann gleich wieder zur Tagesordnung bzw. zum "Business all usual“ überzugehen.
    Jetzt rächt sich (für die Solar Branche) die jahrelange "Katzbuckelei" gegenüber China.

    Es musste doch jedem klar sein, dass die Chinesen eiskalt abwägen, was ihnen nützt und was nicht!

    Nicht umsonst haben sie Investoren und Knowhow hereingelassen, solange sie noch nicht selbst soweit waren, jetzt haben sie alles fein säuberlich kopiert und produzieren auf unseren Hightech-Maschinen Top-Module, jedoch bar jeder marktwirtschaftlichen Grundregel, der Staat pumpt ja Zuschüsse (des in Unmengen vorhandene Geld) in die chinesischen Fabriken.

    Jetzt gibts da bestimmt wieder einige, die sagen Planwirtschaft, das wärs doch?
    Da muss man nicht viel diskutieren, da wird einfach verordnet, per 5 - Jahresplan!

    Also ehrlich, ich möchte das, trotz der wirtschaftlichen Erfolge der Chinesen, mit Sicherheit nicht, Sie etwa?

    Mit sonnigen Grüßen
    Ihr Werner Thoma

  • @vandale:
    Wenn hier etwas gefährlich ist, sind Sie es mit Ihren sinnfreien Kommentaren.

    Solarzellen bestehen aus Silizium, also Sand. Der ist weder giftig, noch ist er knapp verfügbar.

  • dieser böse Chineser! Schickt die Bundeswehr nach China! Shanghai muss deutsches Protektorat werden; dann haben wir ein Pfand und können Druck gegen dieses skrupellosen Machenschaften ausüben.

    Mann, Leute. Wie naiv seid ihr eigentlich. Europa brennt grade ab und wir wollen Forderungen stellen an ein Land, das ein bischen intelligenter wirtschaftet als wir??

  • Die deutsche Solarbranche denkt, da sie sowieso moralisch im Dauerrecht ist, könnte sie, wie in Deutschland, in China irgendjemanden beeindrucken. Falsch gedacht. Herr Asbeck wird mit eingezogenen Schwanz zu seiner Milliarde etwas weniger dazubekommen von den deutschen Stromkunden.


  • Wir sind selbst schuld; im Solarbereich ist die Preisdifferenz zwischen chinesischen und anderen Produkten nicht so hoch, daß man nicht auch mit deutschen Produkten bei festgesschriebenen Subventionen Geld verdienen könnte. Aber: es wird der 4% billigere chinesische Krempel gekauft.

    Jeder erhält das, was er bestellt. Wir sollten langsam anfangen, als Verbraucher und Investoren chinesische Produkte zu meiden.

  • Um keinen unnötigen Widerstand in einer erzkonservativen Gemeinde zu erzeugen, will man erst alles und reduziert seinen Anspruch dann auf eine Vertikalturbine (als Hintertür) - die Kosten wären selbst bei einem Desaster tragbar (das aber nicht kommen wird) -, um das Gerät ein Jahr zu testen.

    Auf dem Land sind die Leute iel aufgeschlossener für selbstragende Projekte und autonome Lösungen. Der Widerstand ist allgemein eher gering. Die Bauern haben alle ihre Dächer voll mit Solarpanels!

    Die Turbinen lassen sich im Gegensatz zu Hitlers Windmonstern (er nannte sie Windmotoren) sehr dicht stellen, ohne Interferenzen zu erzeugen. Und wenn man sie aufstellt wie einen Fischschwarm (horizontal gedacht), läßt sich die Effizienz noch weiter steigern.

    Bei Youtube werden die aussagekräftigen Filme leider immer wieder gelöscht.

    http://derstandard.at/1259280744589/Windraeder-mit-vertikaler-Drehachse-nutzen-das-Fischschwarm-Prinzip

    http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_08_08_windenergie_senkrechtachser.htm

    Anhang zum vorherigen Kommentar.

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