Antibabypillen: Yasmin und Yaz kosten Bayer viel Geld

Antibabypillen
Yasmin und Yaz kosten Bayer viel Geld

Der Gewinn von Bayer steigt im Jahr 2013 um fast ein Drittel. Konzernchef Dekkers freut sich über die neue Bestmarke im Jubiläumsjahr. Doch ausgerechnet zwei Umsatzbringer bereiten weiterhin Sorgen.
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Leverkusen„Rechtskomplex Yaz-Yasmin“ sagt Werner Baumann mehrmals bei der Präsentation der Bayer-Jahreszahlen 2013. Der Finanzvorstand rattert das geradezu runter – so klingt es wie ein alter Hut. Dabei ist der Rechtskomplex, also die Rechtsstreitigkeiten um die Antibabypillen Yaz und Yasmin, aktueller denn je.

In den USA haben die Auseinandersetzungen um gesundheitliche Folgen der Pillen Bayer inzwischen 1,69 Milliarden Dollar an Vergleichszahlungen gekostet. Bayer habe sich in den USA bis zum 10. Februar 2014 mit insgesamt 8250 Klägerinnen verglichen, teilte der Konzern am Freitagmorgen in Leverkusen mit.

Die Antibaby-Pillen gehören zu den umsatzstärksten Präparaten von Bayer: Mit Yaz, Yasmin und Yasminelle setzte Bayer 2013 zusammen weltweit 853 Millionen Euro um.

Der Pharma- und Chemiekonzern vergleicht sich nur mit solchen Klägerinnen, bei denen gefährliche Blutgerinnsel, etwa Venenthrombosen oder Lungenembolien, aufgetreten sind. Der Gerichtsstreit in den USA um Thrombose-Gefahren der Bayer-Pillen hält zwar schon Jahre an. Doch die Zahlungen waren mit dafür verantwortlich, dass das Ebit (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) vor Sondereinflüssen im vierten Quartal 2013 um gut fünf Prozent zurückging.

Insgesamt läuft es aber prächtig bei Bayer: Im Geschäftsjahr 2013 schoben die starken Geschäfte mit neuen Medikamenten und eine kräftige Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln den Gewinn des Konzerns an. Der Überschuss stieg im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 3,19 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um ein Prozent auf 40,16 Milliarden Euro zu.

„Damit haben wir eine neue Bestmarke in unserer nun 150-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt“, erklärte Marijn Dekkers. Bei der Präsentation der Jahreszahlen zeigte sich der Bayer-Chef mehr als zufrieden. Zunächst lobte Dekkers seine Mitarbeiter – um dann gleich auch für 2014 Optimismus zu versprühen. Er erhöhte für die fünf wichtigsten neuen Medikamente die Umsatzziele: Dekkers traut den Arzneien, zu denen der Kassenschlager Xarelto gegen Schlaganfälle zählt, nun zusammen einen jährlichen Spitzenumsatz von mindestens 7,5 Milliarden Euro zu. Bislang wurden mehr als 5,5 Milliarden Euro erwartet.

Bayer will im laufenden Jahr - Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet - den Umsatz um rund fünf Prozent erhöhen. Negative Währungseffekte eingerechnet wird ein Umsatz von 41 bis 42 Milliarden Euro erwartet. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll um eine untere bis mittlere einstellige Prozentzahl zulegen. In der Ergebnisprognose sind voraussichtliche negative Währungseffekte von 450 Millionen Euro bereits berücksichtigt.

Die Bayer-Aktien fuhren am Freitagmorgen Achterbahn: Die Papiere starteten zunächst 1,2 Prozent schwächer, drehten dann aber 1,5 Prozent ins Plus.

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