Antikörper gegen Krebszellen
Fresenius kommt mit „Removab“ voran

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat die Phase-I/II-Studie mit dem neuen Antikörper gegen Bauchwassersucht bei Eierstockkrebs erfolgreich beendet, teilte das Unternehmen mit. Aufgrund der ermutigenden Ergebnisse plane Fresenius Biotech für Dezember 2003 und Februar 2004 den Beginn von zwei weiteren Studien, hieß es.

HB BAD HOMBURG. Die Studie zu dem Antikörper „Removab“ habe gezeigt, dass dieser in unterschiedlichen Dosierungen gut verträglich sei, teilte die Bad Homburger Fresenius AG am Dienstag mit. Alle Krebs-Patientinnen hätten auf die Therapie angesprochen. Auf Grund der Ergebnisse will Fresenius nun im Dezember 2003 und im Februar nächsten Jahres mit zwei neuen klinischen Studien starten. Bei erfolgreichem Abschluss von Folgestudien zu der nun beendeten Phase-I/II-Studie sei geplant, Removab in Europa ab 2007 auf den Markt zu bringen. Mögliche Umsatzperspektiven für das Mittel wurden nicht genannt. „Über mögliche Spitzenumsätze zu sprechen, ist es noch zu früh“, sagte ein Fresenius-Sprecher.

Bauchwassersucht ist eine von Tumorzellen verursachte Ansammlung von Körperflüssigkeit im Bauchraum, die bei Eierstockkrebspatientinnen auftreten kann.

Analysten sprachen von ermutigenden Studienergebnissen. Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Aktie legte bis zum Nachmittag 3,65 % auf 55,45 € zu. In einer Studie der Phase I werden üblicherweise die Dosis und eventuelle Nebenwirkungen ermittelt. In Studien der Phase II wird dann vor allem die Wirksamkeit untersucht.

Nach Angaben von Fresenius war es Ziel der Phase-I/II-Studie, die Dosierungen zu bestimmen, Nebenwirkungen zu untersuchen und erste Hinweise auf die Wirksamkeit des Antikörpers zu ermitteln. Häufigste Nebenwirkung bei den Patientinnen seien Fieber und Übelkeit gewesen. Es gebe erste deutliche Anzeichen, dass Removab wirksam sei, indem das Mittel Tumorzellen in der Bauchwasserflüssigkeit zerstöre. Insgesamt seien 23 Patientinnen behandelt worden. 22 Patientinnen seien nach Studienende frei von Körperflüssigkeitsansammlungen im Bauchraum gewesen.

Die zwei weiteren nun geplanten Studien seien Untersuchungen der Phase II, ergänzte der Sprecher. In einer Studie soll die Wirksamkeit von Removab gegen Metastasen bei Eierstockkrebs untersucht werden. In der zweiten geht es um die Wirksamkeit des Mittels gegen Bauchwassersucht auch bei anderen Krebsarten.

Analysten werteten den Studienabschluss als Erfolg für Fresenius. „Die Studienergebnisse sind ermutigend und haben Fresenius zu einer Weiterführung der klinischen Studien veranlasst“, kommentierte Alexander Burger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Resultate. Da bei erfolgreichem Abschluss aller weiteren Prüfungen und Zulassungsverfahren nicht mit einem Marktstart vor 2007 zu rechnen sei, seien mögliche positive Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis noch mindestens vier Jahre entfernt. Die LBBW behalte weiterhin ihre Einstufung der Fresenius-Aktie auf „Halten“ bei.

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