Antrag auf Staatshilfe
Porsche blitzt bei Wirtschaftsfonds ab

Porsche sucht händerringend nach frischem Geld. Offenbar hat der Sportwagenbauer sogar einen Antrag auf Staatshilfe gestellt. Aus dem von der Bundesregierung aufgelegten Wirtschaftsfonds Deutschland will man nach Handelsblatt-Informationen „erhebliche dreistellige Millionenbeträge“ haben. Doch daraus dürfte nichts werden.

BERLIN. Der Sportwagenbauer Porsche profitiert zunächst nicht von Krediten oder Bürgschaften aus dem von der Bundesregierung aufgelegten "Wirtschaftsfonds Deutschland". Ein Antrag des Unternehmens sei "nicht entscheidungsreif" gewesen, der Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung habe daher keine Zusagen gemacht, berichtet das Handelsblatt (Freitagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise.

Der Ausschuss, der am Mittwoch abend getagt hatte, setzt sich aus hochrangigen Regierungsvertretern zusammen und entscheidet über die Vergabe von Großkrediten und -bürgschaften aus dem 100 Mrd. Euro schweren Wirtschaftsfonds. Über die exakte Höhe der von Porsche beantragten Mittel war zunächst nichts zu erfahren. Es hieß allerdings, es sei um "erhebliche dreistellige Millionenbeträge" gegangen.

Weiter hieß es, die Entscheidung sei innerhalb des Ausschusses umstritten gewesen. Es habe Stimmen gegeben, die für eine Unterstützung des Autobauers plädiert hätten. Offiziell stand der Fall Porsche gar nicht auf der Tagesordnung des Ausschusses. Laut Tagesordnung befasste er sich nur mit den Fällen Heidelberger Druck, Wadan Werft und Aksys. Die beiden erstgenannten Fälle wurden positiv beschieden, der Aksys-Antrag abgelehnt.

Porsche sucht händeringend frisches Geld. Erst am Mittwoch hatte es geheißen, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter hätten sich mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) getroffen, um Möglichkeiten auszuloten, Kreditlinien bei den Banken abzusichern. Das Stuttgarter Staatsministerium und Porsche äußerten sich dazu nicht.

Ein Porsche-Sprecher sagte dem Handelsblatt, der Antrag sei nicht abgelehnt worden. Es sei lediglich nicht entschieden worden. Außerdem widersprach er der Darstellung aus Regierungskreisen, es habe sich um einen Antrag auf Staatshilfen aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland gehandelt. Vielmehr sei es um ein "normales KfW-Darlehen" gegangen. Porsche befinde sich in Verhandlungen mit mehreren Banken, darunter sei auch die KfW, sagte der Sprecher. Damit räumt Porsche erstmals ein, überhaupt mit der KfW über Kredite zu sprechen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%