Antrag bei Gericht
Shell legt sich mit Greenpeace an

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht sich einer Klage des Ölkonzerns Shell ausgesetzt. Das Unternehmen will erreichen, dass Aktivisten bei Protesten mindesten 500 Meter Abstand zu Shell-Grundstücken wahren.
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AmsterdamDer Ölkonzern Shell hat so seine eigenen Erfahrung mit Greenpeace gemacht, als die Umweltschützer die Nordsee-Plattform im Jahr 1995 Brent Spar besetzten. Die Aktivisten protestierten gegen die geplante Versenkung der Öllagerplattform und riefen – mit beachtlichem Erfolg – zum Boykott der Tankstellen des Unternehmens auf. Shell entschied sich schließlich, die Anlage in Norwegen abzuwracken und zu entsorgen.

Jetzt hat Royal Dutch Shell einen Antrag bei einem Gericht in Amsterdam gegen Greenpeace eingereicht. Das Unternehmen fordert, Greenpeace sämtliche Protestaktionen in einem Umkreis von 500 Metern von Shell-Grundstücken zu verbieten. Ansonsten will der Ölkonzern die Umweltschutzorganisation auf Zahlung von einer Millionen Euro verklagen.

Mit dem Schritt will Shell ein 4,5 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) schweres Projekt im Nordpolarmeer schützen, wo der Konzern vor der Küste Alaskas nach Öl bohrt. Greenpeace sprach von einem „juristischen Vorschlaghammer, der den öffentliche Diskurs ersticken soll.“

Ein Urteil wird frühestens in zwei Wochen erwartet. Shell und Greenpeace haben ihre Hauptquartiere in den Niederlanden. Greenpeace hält die Förderung von Öl in der Arktis für gefährlich, da vor allem unzureichende Vorkehrungen gegen mögliche Lecks bestünden. Shell hat aber etliche Umweltauflagen erfüllt, um die notwendigen Genehmigung für die Testbohrungen zu erhalten. Greenpeace ist bereits von einem US-Gericht dazu verpflichtet worden, sich nicht näher als eine Kilometer Schiffen von Shell, die auf dem Weg nach Alaska sind, zu nähern.

Der Auslöser für die Klage war ein Protest in den Niederlanden. Vergangene Woche hatten Greenpeace-Aktivisten Dutzend Tankstellen blockiert.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Hi Energieelite, ich hatte in einem Unternehmen gearbeitet, dass durch eine NGO (auf Namensnennungen verzichte ich) in den Medien angegriffen wurde. Es hatte keine Fördermitgliedschaft und so schickte diese Organisation ihre Berufsdemonstranten fotogen vor die Unternehmenszentrale und skandalisierte ein Verhalten das von Wettbewerbern die eine Fördermitgliedschaft eingerichtet hatten akzeptiert wurde.

    Vandale

  • Dieser "kleine Schluckspecht" verbrauche in der 60-PS-Version 4,5 Liter und stoße mehr als 100 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Das sei mehr als die spritsparenden Varianten der schwereren Modelle Polo, Golf und Passat. (dpa)

  • Die Aktionen von Greenpeace sind und bleiben aus unserer Sicht völlig unverständlich und haben auch nichts mit Umweltschutz zu tun
    Greenpeace schießt weiter gegen VW
    Die Umweltschützer von Greenpeace wollen mit einem bundesweiten Aktionstag am Samstag gegen eine angeblich unzureichende Klimaschutzpolitik des VW-Konzerns mobilmachen. "Obwohl Volkswagen bereits eine eigene Technik für effizientere Autos entwickelt hat, überschwemmt der Konzern den Markt mit klimafeindlichen Spritschluckern", sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck am Freitag in Hamburg. Allein die 2,9 Millionen im vergangenen Jahr in Europa verkauften VW-Autos stießen bis zu ihrer Verschrottung mehr als 60 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) aus. Das entspreche fast dem Ausstoß Schwedens.
    Der VW-Konzern wies die Vorwürfe zurück. "Die Aktionen von Greenpeace sind und bleiben aus unserer Sicht völlig unverständlich und haben auch nichts mit Umweltschutz zu tun", sagte Unternehmenssprecher Stephan Grühsem. Sie richteten sich gegen einen Automobilkonzern, der über eine der umweltfreundlichsten Flotten weltweit verfüge. So lägen bei den CO2-Werten der europäischen Flotte 22 Modelle unter 100 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.
    Greenpeace will in 30 deutschen Städten – darunter Köln und Hamburg – auf Autoüberzügen Protestunterschriften sammeln und VW so zu einer klimaschonenden Modellpolitik auffordern. In einigen Städten sollen Beiträge von jungen Filmemachern gezeigt werden, welche die Umweltversprechen der VW-Werbung aufs Korn nehmen. Auf www.films.vwdarkside.com kann bis zum 17. November über die besten Beiträge abgestimmt werden.
    "Es ist skandalös, dass der VW-Konzern öffentlich für mehr Klimaschutz wirbt, aber noch nicht einmal seine klimaschonende Spritspartechnik serienmäßig auf die Straße bringt", polterte Lohbeck. Jüngstes Beispiel für mangelnde Klimaschutzabsichten bei Europas größtem Autobauer sei die Einführung des Kleinwagens Up. Dieser "kleine Schluckspecht" verbrauche in der 60-P

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