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Antrieb der Zukunft: Asiens Elektroautos hängen BMW und Mercedes ab

Die Deutschen haben vor 125 Jahren das Auto erfunden. Jetzt erfindet sich die Branche neu - und deutsche Hersteller fahren hinterher. Eine aktuelle Studie sieht beim beim Elektroauto Länder wie China, Japan oder Korea vorn.

Elektroauto Nissan Leaf: Wettrennen um den Antrieb der Zukunft. Quelle: dpa
Elektroauto Nissan Leaf: Wettrennen um den Antrieb der Zukunft. Quelle: dpa

FRANFURT/HAMBURG. Den Ort, von dem aus die Revolution ihren Anfang nehmen soll, begrenzen niedrige Decken und ein genoppter Kunststoffboden. Dazwischen laufen scheinbar endlose Kabelbahnen. Beleuchtet wird der klimatisierte Kommandostand von kühlem Neonlicht. Auf den Computerbildschirmen tanzen Balkendiagramme.

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Batteriespezialisten prüfen im unterirdischen Testlabor des US-Autoriesen General Motors(GM) in Mainz-Kastel das stromerne Herz des Elektroautos Ampera auf seine Belastbarkeit. Zehn Jahre Einsatz - rund 240 000 Kilometer - muss das Kraftpaket im Schnellverfahren absolvieren. Die Zeit drängt. Bereits Ende des Jahres wird sich der Akku im Ampera der deutschen GM-Tochter Opel in der Praxis bewähren müssen. In der Rettungsstrategie des krisengeschüttelten Herstellers kommt dem Elektroauto eine wichtige Rolle zu.

Opel ist kein Sonderfall. Die Autobranche - eine der wichtigsten Industrien der Welt - steht vor der größten Umwälzung ihrer Geschichte. 125 Jahre nach der Erfindung des Automobils durch Carl Benz ist die Branche gezwungen, das Auto neu zu erfinden. Bei der Mobilisierung der Massen setzen Länder wie China auf Elektromotoren und Batterien.

Das Wettrennen der Konzerne um den Antrieb der Zukunft ist in vollem Gange, der Einsatz hoch: Wer im Zukunftspoker mit Milliardeneinsatz das Nachsehen hat, setzt seine Existenz aufs Spiel. Wer neue Wege ebnet, kann dagegen die bisherige Hackordnung - angeführt von japanischen, amerikanischen und deutschen Konzernen - durchbrechen. Noch nie war die Chance so groß, den Abstand zu den Platzhirschen Toyota, GM und Volkswagen aufzuholen.

"Wir stehen an einer Schwelle, vergleichbar mit der von der Schreibmaschine zum Computer", sagt Audis Entwicklungsvorstand Michael Dick, ganz ohne Pathos. Die Rechnung ist ernüchternd: Selbst wenn es den Herstellern gelingt, die Verbrennungsmotoren in den nächsten Jahren noch deutlich sparsamer zu machen, reicht das nicht. Um die weltweit vereinbarten Klimaziele zu erreichen, muss ein signifikanter Anteil emissionsfrei fahren. Und das geht absehbar nur elektrisch.

Doch damit nicht genug: Die Konzerne müssen die neue Technologe zumindest in der Startphase subventionieren. "Der Spagat zwischen den nötigen Investitionen und der erst langsam anlaufenden Industrialisierung ist groß", sagt Stefan Bratzel, Autoprofessor an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Für die Hersteller droht der Übergang in die neue Antriebswelt zum Balanceakt zu werden. "Wir werden eine lange Übergangszeit haben, in der konventionelle Antriebe die neue Technologie quersubventionieren müssen", bekräftigt BMW-Chef Norbert Reithofer.

Doch wo stehen die deutschen Konzerne bei den neuen Technologien im Vergleich zu ihren Konkurrenten? Ganz vorn sind die Branchengrößen von BMW bis Volkswagen derzeit nicht zu finden, im Gegenteil. Ein erstes Zwischenfazit der von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Nationalen Plattform Elektromobilität zeigt: Ausgerechnet die Erfinder des Automobils fahren beim E-Auto hinterher.

  • 04.03.2011, 19:35 UhrAnonymer Benutzer: Angantyr

    Ich habe bereits ein E-Auto ins Auge gefasst, allerdings werde ich von vornherein nicht eines der herkömmlichen Fahrzeuge kaufen, m.E. bietet die E-Mobilität unglaublich viele schöne neuere Designkonzepte. Ich werde also für unseren städtischen und Randzonenverkehr sowas wie den Re-Volt oder den Tilter kaufen. Die Preisgestaltungen der Altindustrien kann ich eh nicht nachvollziehen, fällt doch bei einem E-Auto der produktionstechnisch recht aufwendige Verbrennungsmotor, die zugehörige Einspritzanlage, komplette Kühlanlage, Getriebe, Kupplung, Abgasstrang, Tank, Starter, Lima und bei Nabenmotoren auch das Differential weg. Tja, und LiPoFe Akkus sind für rd € 400,--/kwh zu haben. Aber, wenn man weiß, das so eine Kiste wie die E-Klasse von MB auch nur so rd 10.000,-- Produktionskosten auslöst, da ist der Schmerz zu erahnen. Gleichwohl, ein Benzin oder Dieselstinker kommt uns nicht mehr ins Haus

  • 09.02.2011, 21:35 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Sie treffen den Nagel auf den Kopf Zeitzeuge, da gibt es eine kleine hochgeförderte Elite die das aktuelle Wissen bestens und easy leicht beigebracht bekommt, also von Erfahrungen profitiert und forschen darf etc, alles auch von Staatsgeldern, also keinerlei wirtschaftliche Eigenleistung sondern teuer vom kleinen bürger bezahlt und genau dieser kleine bürger hat aber nicht den Luxus sich teuer fortbilden zu lassen oder war eben nicht in einem vorgezeichnetet Weg basierend auf der herkunft der Eltern, am Gymi und an der Uni und bekommt dort easy leicht zwischen Uni und industrie etwas beigebracht und diese kleine hochgeförderte teure Elite bestimmt dann ausnahmslos wo es lang geht und was zu tuen ist.

    Dabei trägt der gesamte Staat diese Elite. Und genau diese Elite ist nicht bereit alle teilnehemen zu lassen sondern erzählt einem hinterher hihi wie komisch, was bist du für ein Depp, kümmere dich doch nicht um mich mir geht es super gut,
    ich bin in der richtigen infrastruktur und du in der falschen. Eben Pech gehabt.

    Ob nachher diese Technik jedoch funktioniert oder nicht, sehen wir an vielen beispielen. Das Risiko trägt der Verbraucher, notfalls mit dem Leben, oder glauben sie vielleicht jeder Autounfall in Deutschland würde lückenlos aufgeklärt werden?

  • 09.02.2011, 17:36 UhrAnonymer Benutzer: Zeitzeuge

    Wenn man Fachleute nur mittelmäßig bezahlt und ausbildet, dann bekommt man bestenfalls mittelmäßige Ergebnisse. Das ist typisch für deutsche Personalpolitik, wo man annimmt, daß man in den nächsten fünf Jahren immer noch genug Geld verdient, ohne einen Aufstand der Aktionäre zu riskieren. Die deutsche industrie hat gerade jetzt in der Krise bewiesen, daß sie spontan schagkräftig ist, wenn bedarf an Produkte und Dienstleistungen bei guten Absatzchancen und Erträgen besteht. Wer von Technik und Ökonomie keine wirkliche Ahnung hat, steht leicht in der Gefahr, das "elektrisch Licht" noch einmal neu zu erfinden (siehe gewisse beiträge hier zum Thema)! Macht Euch mehr Sorgen um das unfähige deutsche Staatswesen, als um die absolut weltmarkt- und zukunftsfähig ausgelegte deutsche industrie und deren beherrschung der produktrelevanten Technologien! Das Thema "Elektroauto" kann man von der Wichtigkeitsskala derzeit getrost gleich hinter "Fußball/Sport" einreihen - bestenfalls von Unterhaltungswert für Leute, die nichts Wichtigeres im Kopf haben. Der preiswerte Kleinwagen, egal mit welchem Antrieb, wird sowieso zukünftig nicht mehr in Deutschland produziert, so lange einen nahezu vollautomatisierte Produktion teuerer ist, als die teilweise manuelle Produktion in einem billiglohnland.

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