Anzeichen für Erholung der Chemiemärkte
Celanese sieht Licht am Horizont

Anzeichen für eine Geschäftsbelebung will der mehrheitlich der US-Investmentgesellschaft Blackstone gehörende Kronberger Chemiekonzern Celanese auf einigen Chemiemärkten ausgemacht haben. An der Ergebnisprognose für das erste Halbjahr wird aber festgehalten.

HB OBERHAUSEN. „In vielen Märkten, die wir beliefern, sehen wir Zeichen einer Erholung und erwarten für dieses Jahr eine allgemein positive Auswirkung durch Mengenzuwächse“, sagte Celanese-Finanzchef Perry Premdas am Dienstag auf der Hauptversammlung in Oberhausen den Aktionären. Allerdings ließen sich die Auftragslage, die Entwicklung der Rohstoffkosten und die Wechselkursentwicklung nur schwer abschätzen. Eine konkrete Geschäftsprognose für das Gesamtjahr gab Celanese-Chef Claudio Sonder nicht ab. Die noch im Nebenwerteindex MDax gelistete Celanese-Aktie notierte 0,27 % höher mit 37,60 €.

Blackstone hatte Celanese für insgesamt 3,1 Mrd. € übernommen. Die Übernahme war die bislang größte Reprivatisierung eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland. Ziel von Blackstone ist es, Celanese vollständig von der Börse zu nehmen. Das Delisting an der Börse in New York erfolgte Anfang Juni, aus dem MDax wird Celanese in wenigen Tagen ausscheiden. Blackstone hält mittlerweile rund 85 % der ausstehenden Celanese-Aktien, im dritten Quartal sollen die Aktionäre nun über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages entscheiden.

Celanese gehe für 2004 weiter von einem schwachen US-Dollar aus, sagte Premdas. „Zudem sehen wir einen starken Anstieg der Rohstoffkosten, insbesondere für Erdgas, im zweiten Quartal und erwarten ein weiterhin hohes Niveau“, ergänzte er. Celanese wolle sich daher weiter auf die Verbesserung der Profitabilität und auf den Kostenabbau konzentrieren.

Im ersten Quartal hatten die Kronberger vor allem wegen hoher Rohstoffpreise operativ deutlich an Gewinn eingebüßt. Durch den Verkauf seines Acrylategeschäfts konnte der Konzern sein Ergebnis unter dem Strich aber steigern. Für das erste Halbjahr erwartet Celanese ein Betriebsergebnis unter dem Niveau der ersten sechs Monate 2003.

Zum geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens machte Konzernchef Sonder noch einmal klar, das Werk der Tochter Ticona in Kelsterbach sei für Celanese unverzichtbar. Das Werk liegt in unmittelbarer Nähe der von Fraport bislang favorisierten neuen Nordwest-Landebahn. Die Störfallkommission des Bundes hatte diese Variante wegen hoher Sicherheitsbedenken als nicht machbar kritisiert. „Das Werk Kelsterbach ist der Kernstandort für das europäische Geschäft von Ticona und dessen Zukunftsfähigkeit“, sagte Sonder. Celanese sei überzeugt, dass es Alternativen zur Nordwest-Variante gibt. „Und die sollten jetzt geprüft werden“, sagte Sonder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%