Anzeige wegen Untreue und Betrug
Beschuldigter reicht Klage gegen VW ein

Der von VW fristlos entlassene Mitarbeiter der Personalabteilung, Hans-Joachim Gebauer, hat gestern in Braunschweig Klage gegen die Kündigung eingereicht. Das bestätigte ein Gerichtssprecher. Sein Anwalt, der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, hatte in den vergangenen Tagen immer betont, sein Mandant sei nur das Bauernopfer für VW-Personalvorstand Peter Hartz. Er habe lediglich dessen Anweisungen befolgt.

hof FRANKFURT. Gebauer war nach Informationen aus dem Unternehmen in der zentralen Personalabteilung von VW, deren Chef Hartz ist, zuständig für die Belange des Betriebsrats und habe das dafür bereitgestellte Budget verwaltet. Darüber sollen Spekulationen zu Folge auch Lustreisen von Betriebsratsmitgliedern und Prostituiertenbesuche per Eigenbeleg abgerechnet worden sein. Gebauer wurde am 15. Juni fristlos entlassen und in der vergangenen Woche neben dem Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster von VW wegen Untreue und Betrugs anzeigt. Die Vorwürfe beziehen sich darauf, dass „Geld, das eigentlich VW oder Skoda zugestanden hätte“, auf andere Konten gewandert sei, hatte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Klaus Ziehe, ausgeführt.

Erstmals in der Affäre meldete sich gestern auch der niedersächsische IG-Metall-Chef und Verhandlungsführer bei VW-Tarifverhandlungen, Hartmut Meine zu Wort. Er wehrte sich dagegen, aus der VW-Affäre einen Generalverdacht für Betriebsräte abzuleiten. VW-Betriebsratschef Klaus Volkert war im Zusammenhang mit der Affäre zurückgetreten und durch Bernd Osterloh ersetzt worden. An Volkert wird nun von Arbeitnehmerseite die Forderung gerichtet, sein Mandat als VW-Aufsichtsrat zurückzugeben, hieß es in Wolfsburg. „Kein Kommentar, das obliegt den Arbeitnehmern“, sagte dazu ein VW-Sprecher.

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