Anzeigenkampagne
Mattel betreibt Schadensbegrenzung

Der Spielzeughersteller Mattel versucht mit einer großen Werbekampagne, das durch die jüngsten Rückrufaktionen angeknackste Image wieder aufzupolieren. Gleichzeitig zieht der Konzern auch erste Konsequenzen und will in Zukunft die Zulieferer genauer kontrollieren. Immerhin war auch das Problem mit den gefährlichen Magnetteilen in China längst bekannt.

HB NEW YORK. Nach den weltweiten Rückrufaktionen von in China produzierten gefährlichen Spielwaren kämpft der US-Konzern Mattel um das Vertrauen der Verbraucher. „Zwei Dinge, die Mattel am wichtigsten sind: die Sicherheit der Kinder, die mit unseren Spielzeugen spielen, sowie das fortwährende Vertrauen der Eltern, die diese Spielzeuge kaufen“, hieß es in ganzseitigen Anzeigen, die am Mittwoch in drei großen deutschen Tageszeitungen erschienen. Die Eltern wurden noch einmal ausdrücklich aufgefordert, die gefährlichen Spielzeuge zurückzuschicken.

Mattel - unter anderem bekannt für seine Barbie-Puppen - hatte am Dienstag angekündigt, weltweit insgesamt 18,2 Millionen Magnetspielzeuge zurückzurufen. Davon seien in den vergangenen vier Jahren auch rund eine Million Produkte in Deutschland verkauft worden, hieß es. Konkret handelt es sich demnach um die Spielzeuge vom Typ Polly Pocket, Doggie Day Care und Teile des Spielsets Barbie & Hund Tanner. Die kleinen, aber starken Magnete könnten von Kindern verschluckt werden und Verletzungen hervorrufen, warnte Mattel. Es ist bereits das zweite Mal, dass Mattel in China gefertigte Magnetspielzeuge in Massen zurückrufen muss. Auch hunderttausende mit Blei belastete Spielzeugautos muss der Konzern nun nach Angaben vom Dienstag vom Markt nehmen.

Ein chinesischer Verband hat unterdessen eingeräumt, seit Monaten von den Problemen bei in der Volksrepublik gefertigten Produkten zu wissen. Schon seit März seien einige Spielzeuge zurückgerufen worden, weil es Probleme mit den Magnetteilen gegeben habe, sagte eine Vertreterin des chinesischen Spielzeugverbandes am Mittwoch. Warum es so lange dauerte, bis darauf reagiert wurde, ließ sie offen. Der Verband wolle im Tagesverlauf mit dem Handelsministerium und den für die Qualitätskontrolle zuständigen Stellen zusammenkommen, um über die Rückrufaktion zu beraten.

Mattel kündigte inzwischen an, seine Lieferanten genauer unter die Lupe zu nehmen, um die Missstände zu beseitigen. Zwar wolle niemand eine weitere Rückrufaktion, betonte Konzernchef Robert Eckert. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass die strengeren Sicherheitsprüfungen am Ende dazu führten, dass auch andere Produkte wieder eingeholt würden. In jedem Fall werde das Unternehmen das Thema nicht einfach unter den Teppich kehren.

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