
DUBAI/FRANKFURT. Öffentlich ausgetragener Zwist widerspricht der arabischen Mentalität. Hinzu kommt, dass kaum ein Staatsfonds im Nahen Osten so hermetisch abgeschlossen arbeitet wie die „Qatar Investment Authority“ (QIA). Am liebsten ist es dem QIA-Chef und Premierminister, Scheich Hamad bin Dschasim Al-Thani, wenn er sich nur zu kompletten Deals äußern muss.
Nach Handelsblatt-Informationen ist Katar aber mit einem Anteil von weniger als 20 Prozent und damit einem Einstieg ohne Sperrminorität in den VW-Konzern einverstanden. Katar ist demnach bereit, bis zu 19,9 Prozent zu übernehmen. Dazu würde Katar Porsche die Optionen auf VW-Aktien abnehmen. Das Geld für die dahinter liegenden Aktien, ein einstelliger Milliardenbetrag, fließe dann an die Banken, nicht an Porsche, hieß es weiter.
Katar versteht sich nach Handelsblatt-Informationen als „freundlicher Investor“ und sieht eine Einigung zwischen Porsche und VW deshalb als Voraussetzung für einen eigenen Einstieg über die Optionen an.
Ein internes Memo der QIA enthüllt einige Grundsätze über ihre Pläne mit den Investitionen. Demnach sucht die QIA Beteiligungen an „etablierten Blue-Chip-Unternehmen mit gesundem Umsatz und Gewinn“. Auf dem Radarschirm befinden sich vor allem Firmen, die „wachsen und für ihre Expansionspläne Eigenkapital benötigen“. Der Einstieg bei einem möglicherweise dann integrierten VW-Porsche-Konzern passt daher ins Portfolio. Dort finden sich illustre Namen wie der des Luftfahrt-Konzerns EADS, die französische Lagardère-Gruppe sowie die Finanzinstitute Barclays und Credit Suisse.