Arbeiter geben ihre Alu-Hütte noch nicht auf
HAW-Rettungsversuch gescheitert

Die Gespräche zur Rettung der Hamburger Aluminium-Werke (HAW) sind gescheitert. Die Aluminium-Hütte bekommt keinen Stromrabatt beim örtlichen Versorger. Der Großteil der Anlage wird nun wegen der hohen Energiekosten geschlossen.

HB FRANKFURT. Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall will nun als letzte Chance zur Erhaltung der bedrohten 450 Arbeitsplätze in den nächsten drei Monaten einen neuen Eigner finden, bezeichnete die Aussichten dafür aber als gering. Die Gespräche über niedrigere Strompreise für das Werk seien ohne Ergebnis beendet worden, teilte der HAW-Großaktionär Norsk Hydro und die Vattenfall-Tochter Hamburgische Electricitäts-Werke (HEW) am Mittwoch gemeinsam mit. „Trotz der konstruktiven Bemühungen aller Beteiligten konnten wir die Interessensunterschiede beim Preis und den Lieferbedingungen nicht ausgleichen“, erklärte Dieter Braun, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hydro Aluminium Deutschland, der in den Gesprächen die HAW-Eigentümer Norsk Hydro, Alcoa und Austria Metall vertreten hatte. Damit sei das Aus für die Elektrolyse und den Anodenbetrieb des Werkes zum Jahresende beschlossen, teilte die norwegische Norsk Hydro mit.

Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan für die Beschäftigten liefen parallel zu der Suche nach einem neuen Gesellschafter, sagte Senator Uldall (CDU). Norsk Hydro habe aber zugesichert, alles daran setzen zu wollen, zumindest Gießerei und Walzwerk der HAW zu erhalten. Bis spätestens Oktober müsse ein neuer Eigner gefunden werden, ansonsten werde die Schließung der anderen Werksteile greifen. „Das wird sehr schwierig, aber ich will gemeinsam mit dem Betriebsrat nichts unversucht lassen“, sagte er. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) habe ihm seine volle Unterstützung dafür zugesichert. Zunächst müsse festgestellt werden, ob die Eigentümer überhaupt bereit seien, ihre Anteile abzugeben, und dann müssten niedrigere Strompreise erreicht werden, sagte Uldall. Ein Sprecher von Norsk Hydro wollte nicht kommentieren, ob ein Verkauf für die Anteilseigner überhaupt in Frage komme.

Vattenfall hatte eine Erhöhung des Strompreises auf rund 100 Mill. € gefordert, sich dann aber bereit erklärt, den bis Jahresende geltenden Vertrag zu denselben Konditionen um sechs Monate zu verlängern. Die HAW-Eigner hatten das Angebot als unzureichend zurückgewiesen. Die Aluminiumschmelze verbraucht extrem viel Energie, fast 40 % ihrer Produktionskosten entfallen auf Strom.

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