Arbeitgeber wollen starre Flächentarife durch flexible Lösungen ersetzen
Unternehmen verschärfen internen Standort-Wettbewerb

International agierende deutsche Konzerne nutzen verstärkt die Konkurrenz zwischen ihren Produktionsstätten, um Kosten zu senken. Zuletzt hatte VW-Personalvorstand Peter Hartz in dieser Woche die westdeutschen Belegschaften zu einer zweijährigen Lohn-Nullrunde aufgefordert.

brc/hof/huh/jkn/pbs/wb FRANKFURT. Unternehmensberater und Volkswirte erwarten, dass mit der EU-Osterweiterung auch kleine und mittelständische Betriebe ihren internen Standort-Wettbewerb forcieren werden. Gewerkschafter warnen hingegen vor gespaltenen Belegschaften und einer Aushöhlung des Flächentarifvertrags.

„Das Thema interner Standort- Wettbewerb ist dringlicher denn je geworden“, sagte Peter Strüven von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Unternehmensinterne Ausschreibungen von neuen Produktionsprojekten werden auch nach Einschätzung des Geschäftsführers der Beratungsgesellschaft Management Consulting Deutschland, Peter Baumgartner, „Schule machen“. Dadurch erhöhe sich der Druck auf die vergleichsweise teuren deutschen Fertigungsstätten. Der Arbeitsmarktexperte des Münchener Ifo-Instituts, Martin Werding, sieht die zunehmende Verlagerung deutscher Arbeitsplätze ins Ausland als „reale Bedrohung“ an. „Es werden noch viele Unternehmen dem Beispiel von Siemens, Daimler-Chrysler und Volkswagen folgen.“ Werding betont, dass die EU-Osterweiterung „jetzt auch den kleinen und mittleren Unternehmen die Option der Verlagerung eröffnet“.

Zuletzt hatte VW-Personalvorstand Peter Hartz in dieser Woche die westdeutschen Belegschaften zu einer zweijährigen Lohn-Nullrunde aufgefordert. Außerdem müssten bei den am 15. September beginnenden Tarifverhandlungen die Weichen für Kosteneinsparungen von zwei Mrd. Euro gestellt werden. Sonst wären die sechs westdeutschen Produktionsstätten international nicht mehr konkurrenzfähig und dortige Arbeitsplätze massiv gefährdet, sagte er (siehe „Konkurrenz aus dem Osten“). VW produziert bereits seit Jahren kostengünstig Autos in der Slowakei und seit Jahrzehnten in Mexiko. Von Mexiko aus bedient VW den nordamerikanischen Markt. Damit entfällt für den Konzern das Währungsrisiko, weil in Dollar produziert und verkauft wird.

Seite 1:

Unternehmen verschärfen internen Standort-Wettbewerb

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%