Arbeitnehmer wollen protestieren
Daimler streitet sich mit dem Betriebsrat

Daimler-Boss Dieter Zetsche steuert auf eine erneute Konfrontation mit dem Betriebsrat zu. Die Arbeitnehmerseite plant am Freitag während der Daimler-Aufsichtsratssitzung in Sindelfingen gegen die Pläne des Managements für das Werk Untertürkheim zu protestieren. Dies teilte eine Sprecherin des Daimler-Gesamtbetriebsrates am Donnerstag mit.

FRANKFURT. Der Streit entzündet sich an einem Fertigungsauftrag für Doppelkupplungsgetriebe, den die Arbeitnehmerseite für die Produktionsstätte reklamiert. Zetsche verlange dagegen Zugeständnisse für den Zuschlag und drohe sonst mit einer Fremdvergabe der Produktion: "Der Vorstand will frei über die Arbeitszeiten in der Produktion verfügen", sagte Helmut Lense, Betriebsratsvorsitzender des Werkes Untertürkheim.

Davon wären rund 10 000 Mitarbeiter betroffen. Sollte der Auftrag nicht an Untertürkheim gehen, stünden nach Angaben des Betriebsrates rund 200 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Eine Sprecherin des Konzerns betonte, Daimler strebe eine Lösung an, die wettbewerbsfähig sei und die Interessen der Mitarbeiter berücksichtige.

Das Management des Stuttgarter Konzerns setzt damit wieder verstärkt den Rotstift an. Denn neben den Gesprächen über Untertürkheim stehen auch die Verhandlungen des Managements über ein Sparpaket für die deutschen Mercedes-Niederlassungen kurz vor dem Abschluss, wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr.

Der Autobauer will die Kosten der deutschen Vertriebsniederlassungen senken. Entsprechende Verhandlungen hatte der Hersteller bereits bestätigt. Die Arbeitnehmervertretung fordert eine deutliche Verlängerung der noch bis 2012 geltenden Beschäftigungssicherung für die 34 konzerneigenen Niederlassungen von Mercedes-Benz in Deutschland mit insgesamt 15 000 Beschäftigten. hz

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