Arbeitnehmervertreter fürchten mittelfristig weitere Einschnitte
Sanofi-Aventis plant Stellenabbau in Deutschland

Als Reaktion auf negative gesundheitspolitische Entscheidungen tritt der Pharmakonzern Sanofi-Aventis nun auch in Deutschland auf die Kosten-Bremse. Geplant ist bisher der Abbau rund 280 Arbeitsplätzen im Vertrieb und 50 Stellen im Industriepark Höchst. Neue Investitionsvorhaben wurden vorerst auf Eis gelegt. Vor wenigen Tagen hatte der Konzern bereits den Abbau von 500 Stellen in Frankreich angekündigt.

FRANKFURT. Betroffen von den Kürzungen im deutschen Vertrieb sind bisher vor allem Leih-Außendienste. Arbeitnehmervertreter fürchten indes, dass es mittelfristig noch zu deutlich härteren Einschnitten kommen wird und sich damit eine bisher positive Arbeitsplatzentwicklung komplett ins Gegenteil verkehren könnte. In den vergangenen beiden Jahren hatte der Konzern - entgegen vielen Befürchtungen - in Deutschland noch ausgebaut und seine Belegschaft um rund 1 000 Personen auf derzeit etwa 10 000 Mitarbeiter erhöht. Weltweit beschäftigt Sanofi-Aventis rund 100 000 Personen.

Auslöser für die Sparmaßnahmen sind nun vor allem negative gesundheitspolitische Entscheidungen zu mehreren Produkten von Sanofi-Aventis. So wurde bereits Mitte Juli das Diabetesmittel Apidra, ein modifiziertes Insulin, aus dem Leistungskatalog der Kassen gestrichen, nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einen Zusatznutzen für dieses Produkt verneinte. Vor kurzem wurde ferner das neue Diabetes- und Schlankheitsmedikament Acomplia als „Life-Style-Medikament“ eingestuft und kann damit ebenfalls nicht mehr erstattet werden. Ähnliche Einschränkungen drohen zwei weiteren wichtigen Sanofi-Medikamenten, dem Blutverdünner Plavix und dem Insulin-Derivat Lantus.

Fachleute sehen daher mehr als ein Viertel des Sanofi-Deutschland-Geschäfts (von insgesamt rund 1,3 Mrd. Euro) gefährdet. Vor allem eine negative Entscheidung zu Lantus, das in Frankfurt produziert wird, hätte aus Sicht von Belegschaftsvertretern gravierende Folgen. „Dann werden im Industriepark Höchst mittelfristig Tausende von Arbeitsplätzen in Frage gestellt“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Betriebsrat und IG BCE. Mittel- und langfristig stelle sich auch die Frage nach der Forschung.

Heinz Werner Meier, Deutschland-Chef des Pharmakonzerns, warnt vor überzogenen Krisen-Szenarien. Er bestätigt aber, dass sich das Investitionsklima für Sanofi in Deutschland drastisch eingetrübt hat. „Wir sind konsterniert, mit welch negativer Einstellung man an unsere Produkte herangeht.“

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