HB DÜSSELDORF. Die 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne haben nach Handelsblatt-Recherchen derzeit 14 243 offene Stellen ausgeschrieben. Fast alle suchen händeringend Ingenieure, Maschinenbauer und Naturwissenschaftler. Die meisten offenen Stellen gibt es bei der Lufthansa (4 000), bei Siemens (3 000) und bei der Telekom (700).
Doch gleichzeitig bauen die Konzerne massiv Arbeitsplätze im Inland ab. Allein im vergangenen Jahr, als in Deutschland die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 550 000 stieg, gingen bei den 30 Dax-Konzernen in Deutschland 11 626 Stellen verloren. Das errechnet sich aus den vorläufigen Firmenbilanzen für 2010 und nach Befragungen in den Unternehmen. Im Ausland dagegen erhöhte sich die Zahl unter dem Strich um 31 771.
In nur vier Jahren gingen bei den 30 Dax-Unternehmen rund 80 000 Stellen in Deutschland verloren. Zugleich schufen sie in ihren Auslandsmärkten 120 000 zusätzliche Stellen. Der Anteil an heimischen Arbeitsplätzen sank seit 2006 von 46 auf nur noch knapp 42 Prozent. Insgesamt beschäftigen die 30 Dax-Konzerne derzeit 1,56 Millionen Mitarbeiter im Inland und 2,17 Millionen im Ausland.
Bei der Telekom und beim Handelskonzern Metro entfielen im abgelaufenen Jahr jeweils 4 000 Stellen, beim Stahlhersteller Thyssen-Krupp sogar 10 157 - das ist jede achte Stelle. Dagegen beschäftigen der Sportartikelhersteller Adidas, die Pharmahersteller Fresenius und Merck und der Düngemittelhersteller K+S 2010 hier zu Lande derzeit mehr Mitarbeiter als 2009.
Auch beim weltgrößten Chemiehersteller BASF wächst nach jahrelangem Personalabbau am Hauptstandort Ludwigshafen und der Expansion in die asiatischen Boomländer nun die Mitarbeiterzahl wieder kontinuierlich: BASF beschäftigt in Deutschland 48 760 Angestellte und damit 1 870 mehr als vor drei Jahren. Bei Volkswagen entstanden im vergangenen Jahr mit 5 900 mit Abstand die meisten neuen Stellen.