Arbeitsmarkt
Krise erfasst Ingenieure

Die Wirtschaftskrise hat inzwischen sogar den Berufsstand der Ingenieure erreicht.

DÜSSELDORF. Während die Zahl der offenen Stellen in den Jahren 2005, 2006 und 2007 im Mai stets um zehn Prozent über dem Vorjahr lag und 2008 auf dem hohen Niveau des Vorjahresmonats verharrte, brach sie nun um 30 Prozent ein. Das zeigt der monatliche Ingenieurmonitor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der dem Handelsblatt vorliegt. Allein im Mai ging die Zahl der offenen Stellen gegenüber April um 4 000 zurück, während gleichzeitig die Zahl der arbeitslosen Ingenieure auf mehr als 25 000 stieg.

Die Nachfrage nach Ingenieuren ist zwar noch immer deutlich größer als das Angebot, die Lücke wird jedoch zusehends kleiner. Dieser Trend wird der Industrie zufolge erst einmal anhalten: "Die meisten Firmen wollen zwar trotz Krise ihre Ingenieure halten - aber allein aufgrund der Insolvenz vereinzelter Unternehmen werden einige ihre Arbeit verlieren", sagt der Chef des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Hannes Hesse, dem Handelsblatt.

Trotz der Krise geht die Wirtschaft allerdings nicht davon aus, dass sich die Lücke am Ingenieurmarkt komplett schließen wird. Langfristig rechnen sie wieder mit einem großen Mangel an Fachkräften. "Der Anteil der altersbedingt ausscheidenden Ingenieure ist bedeutend größer als der des Nachwuchses", sagt Hesse.

Auch Klaus Mittelbach vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) sagte: "Genug Elektroingenieure können wir angesichts eines Durchschnittsalters von 45 Jahren und einer Studienabbrecherquote von fast 50 Prozent nie haben." Er rät den Unternehmen daher, nicht mit Arbeit ausgelastete Ingenieure weiterzubilden.

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