Arbeitsplätze bedroht
Züblin kehrt in Gewinnzone zurück

Züblin ist 2004 trotz hoher Verluste beim Auslandsgeschäft in die Gewinnzone zurückgekehrt. Von der Zusammenarbeit mit Strabag verspricht sich der Stuttgarter Baukonzern nun zudem ein kräftiges Wachstum in Osteuropa. Allerdings könnte die geplante Integration des Hoch- und Ingenieurbaus von Strabag aber auch Arbeitsplätze kosten.

HB STUTTGART. „Wir werden uns gegenseitig die Bälle zuspielen und im Strabag-Konzern vor allem den Ingenieurbau stärken“, sagte Züblin-Vorstandschef Manfred Nußbaumer am Montag in Stuttgart. Zusammen mit Strabag - Deutschlands größtem Straßenbau-Unternehmen - wolle Züblin in Osteuropa verstärkt Aufträge gewinnen. Züblin gilt als Tunnelbau-Spezialist. Durch die Zusammenlegung von Züblin mit den entsprechenden Strabag-Sparten würden es bei einer auf rund 2,2 Mrd. € steigenden Bauleistung einige der zuletzt 7050 Arbeitsplätze bei Züblin wegfallen.

Die österreichische Strabag Holding hatte im Frühjahr ein Züblin-Aktienpaket von der insolventen Walter Bau übernommen. Das Züblin-Paket von 53,6 % war großenteils von Walter Bau an die Landesbank BayernLB verpfändet worden. Die restlichen 46,4 % von Züblin gehören der Stuttgarter Industriellenfamilie Lenz, die mit ihrer geplanten Mehrheitsübernahme von Züblin am Insolvenzverwalter von Walter Bau gescheitert war.

Die Zusammenlegung der Aktivitäten von Züblin und der Kölner Strabag muss noch von der EU-Kartellbehörde gebilligt werden. Die Bauleistung von Züblin wird dadurch um bis zu 700 Mill. € auf 2,2 Mrd. € wachsen. Mit einer Entscheidung der EU wird im September gerechnet. „Wir gehen von einer Zustimmung aus“, sagte Züblin-Chef Nußbaumer, der das vergrößerte Unternehmen noch einige Zeit weiterführen will. Nußbaumer wird 65 Jahre alt und ist seit knapp 20 Jahren im Züblin-Vorstand.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2004 halbierte Züblin den Verlust seiner Auslandstöchter auf rund zehn Mill. € und erreichte damit wieder die Gewinnzone. Bei einer um 14 % höheren Bauleistung von 1,435 Mrd. € blieben vier Mill. € Jahresüberschuss übrig. 2003 hatten unprofitable Bauprojekte unter anderem in Pakistan und im Libanon für fünf Mill. € Verlust gesorgt. Das bei Züblin dominierende inländische Baugeschäft wuchs trotz scharfen Preiswettbewerbs um acht Prozent, blieb damit aber deutlich hinter dem zweistelligen Zuwachs der Bauleistung bei den Auslandstöchtern zurück.

„Wir sehen das Jahr 2005 positiv“, sagte der Züblin-Chef. Die Bauleistung werde ohne Strabag bei vermehrten Aufträgen aus dem Ausland auf 1,5 Mrd. € steigen. Das Ausscheiden der insolventen Walter Bau aus dem Konkurrenzkampf führe zu einem verminderten Wettbewerb in der Bauwirtschaft. Das Auslandsgeschäft habe im ersten Quartal ein „leicht positives“ Ergebnis erreicht, was im Gesamtjahr deutliche Zuwächse im operativen Ergebnis und beim Überschuss möglich mache, erklärte Nußbaumer.

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