Arbeitsplatzabbau bei Siemens möglich
Löscher erwartet Krach durch Umbau

Siemens-Chef Peter Löscher will den Konzern gnadenlos auf Rendite trimmen. Auch einen größeren Arbeitsplatzabbau im Zuge des von ihm vorangetriebenen Konzernumbaus schließt er nicht aus. "Das wird nicht geräuschlos abgehen, es wird Geräusche geben.“

HB MÜNCHEN. Das sagte der Vorstandschef bei der Vorstellung des neuen Konzernvorstands am Donnerstag in München. Löscher erklärte, dass Siemens mit der Neugliederung in die drei neuen Kernsparten Energie, Industrie und Gesundheit bis zum Jahr 2010 unter dem Strich bis zu 1,4 Mrd. Euro einsparen wolle. Zur Größenordnung eines möglichen Stellenabbaus wollte Löscher keine Angaben machen.

Siemens solle nicht nur weltweiter Technologieführer sein, sondern auch "Weltspitze bei der Ertragskraft“, sagte Löscher. "Wir werden die Zielmargen deutlicher an den Wettbewerbern ausrichten. Wir werden ambitioniert sein.“ Die Renditevorgaben für die drei neuen Großsektoren Energie, Industrie und Medizintechnik sowie die 15 untergeordneten Divisionen würden ehrgeizig ausfallen. In der Medizintechnik strebt Siemens eine operative Rendite von 14 bis 17 Prozent, die Ziele für Industrie und Energie sollen im Januar folgen. Bislang liegt Siemens hinter seinem Erzrivalen GE auf den meisten Feldern in Sachen Profitabilität zurück.

Löscher betonte, dass nach der Verkleinerung des Konzernvorstandes von elf auf nur noch acht Mitglieder auch die unteren Führungsebenen gestrafft werden sollen. "Wir werden das gleiche Prinzip nach unten durchsetzen“, sagte Löscher. Der Konzernumbau solle nicht nur eine flexiblere und effizientere Struktur für den Konzern bringen, sondern vor allem auch eine neue Führungskultur, betonte der Siemens-Chef. Das Ziel des von Korruptionsskandalen erschütterten Konzerns laute, Spitzenleistungen auf höchstem ethischen Niveau hervorzubringen. Zudem müsse Siemens künftig auch die Renditestärke seiner internationalen Wettbewerber erreichen.

Auch unter dem Strich soll sich die am Mittwoch vom Aufsichtsrat abgesegnete „wesentlich schlankere Struktur“ auswirken. Bereits im laufenden Geschäftsjahr solle der Überschuss von zuletzt 4,04 Mrd. Euro kräftig steigen. „Wir wollen den Gewinn je Aktie deutlich nach vorne bringen.“ Löscher bekräftigte zugleich, an dem bis zu zehn Mrd. Euro schweren Aktienrückkauf festzuhalten. „Das Aktienrückkaufprogramm ist in Stein gemeißelt.“ Anlegern gefielen die Aussichten: Die Siemens-Aktie legte gut 1,5 Prozent zu.

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