Arbeitsplatzgarantie im Stammwerk bis 2010
Porsche steht zum Standort Deutschland

Bis 2010 will Porsche seinen Beschäftigten im Stammwerk eine Arbeitsplatzgarantie geben. Ein entsprechender Vertrag ist zwar noch nicht unter Dach und Fach, grundsätzlich soll man sich aber einig sein.



HB STUTTGART. Betriebsratschef Uwe Hück gab am Mittwoch in Stuttgart auf einer Betriebsversammlung in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder bekannt, die Arbeitsplatzgarantie bis 2010 soll für rund 5400 Beschäftigte im Stammwerk Zuffenhausen sowie in Ludwigsburg gelten. Management und Beschäftigte hätten sich im Grundsatz geeinigt. Eine entsprechende Vereinbarung solle in Kürze unterschrieben werden. Vorstandschef Wendelin Wiedeking sagte zudem, mit der Vereinbarung werde die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt. Er deutete an, falls die vierte Baureihe gebaut werde, dann werde Deutschland der Produktionsstandort sein. Insgesamt beschäftigt Porsche gut 11 000 Arbeitnehmer.

Die noch nicht unterschriebene Vereinbarung beinhalte unter anderem der Bau einer neuen Lackiererei mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Mill. €, erklärte Hück. Die Vereinbarung basiere auf der grundsätzlichen Übereinkunft, dass sämtliche Motoren für alle Baureihen in Stuttgart produziert werden. Stuttgart werde zum „Weltmotorenwerk“ für das Unternehmen. Zudem würden alle Modellvarianten der Baureihe 911 in Stuttgart gebaut. Zu möglicher Mehrarbeit der Beschäftigten sagte Hück: „Die Kollegen werden nicht umsonst länger arbeiten“. Von den Kollegen werde eine Steigerung der Produktivität und Flexibilität erwartet, ohne die Tarifverträge zu verletzen. Die derzeitigen „Erholzeiten“ bleiben dagegen erhalten. Dabei geht es um die „Steinkühler-Pause“ von fünf Minuten in der Stunde.

Hück sagte an die Adresse des Porsche-Vorstandes: „Wir haben Arbeitgeber, die eine Zukunft für Deutschland unterschrieben haben, auf solche Arbeitgeber bin ich stolz.“ Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking entgegnete unter Beifall der Belegschaft: „Der Mensch ist ein Erfolgsfaktor.“ Er sei dagegen, in den Beschäftigten lediglich einen Kostenfaktor zu sehen. Allerdings hatte er auch mahnende Worte parat: „Wir müssen daran arbeiten, besser zu werden. Der Wettbewerb ist knochenhart. Wir müssen den Standort noch zukunftsfähiger machen.“

Wiedeking erklärte außerdem, dass es in Stuttgart-Zuffenhausen die notwendigen Investitionen geben werde, die den Standort sicherer machen, als er heute schon ist. Die Vereinbarung werde vor allem ein klarer Beweis für die Treue von Porsche zum Stammsitz Zuffenhausen sein. Porsche bekenne sich zum Standort Deutschland. Porsche werde auch mit der geplanten vierten Baureihe zeigen, dass Deutschland ein zukunftssicherer Produktionsstandort ist.

Bundeskanzler Schröder betonte vor den Porsche-Beschäftigten: „Wir wollen und können nicht die billigsten Löhne zahlen.“ Wenn die Bundesrepublik aber schon nicht zu den Ländern mit den billigsten Löhnen gehöre, dann wolle Deutschland zu den Ländern mit den innovativsten Produkten gehören.

Unter dem starken Beifall der Mitarbeiter sagte der Kanzler: „Hände weg von der betrieblichen Mitbestimmung.“ Schröder sagte an die Adresse der Mitarbeiter: „Porsche beweist, dass man als deutsches Unternehmen äußerst erfolgreich im internationalen Wettbewerb bestehen kann“. Das Geheimnis des Erfolges seien traumhafte Fahrzeuge und eine beispielhafte Kultur des Miteinander zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern.

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