Arbeitsplatzsicherheit bis 2011
Ford nähert sich dem Flächentarif

Während bei der Konkurrenz von Opel, VW und Mercedes lautstarke Auseinandersetzungen die Restrukturierungspläne in Deutschland begleiten, haben es die Kölner Ford-Werke im Stillen geschafft, die Bezahlung ihrer Belegschaft zu senken.

FRANKFURT. Der deutsche Ableger des kriselnden US-Konzerns präsentierte gestern in Köln einen Vertrag zur Standortsicherung. Danach verzichten die Arbeitnehmer auf Geld, im Gegenzug schließt der Autobauer nach Angaben von Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes bis 2011 betriebsbedingte Kündigungen aus.

Durch den Vertrag spart Ford laut Mattes einen dreistelligen Millionenbetrag im Jahr. Neueinstellungen werden im Unternehmen künftig nach Flächentarif bezahlt. Bislang lag das Niveau nach Schätzungen von Analysten knapp zehn Prozent darüber. Aber auch die Stammbelegschaft nähert sich durch den Verzicht auf Lohnerhöhungen schrittweise dem Flächentarif. Die gestern getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die Beschäftigten auf einen Teil der künftigen tariflichen Lohnerhöhungen bis zu einer Obergrenze von 6,5 Prozentpunkten verzichten. Die rund 2  300 außertariflichen Angestellten werden künftig wieder 40 Stunden in der Woche arbeiten – bei vollem Lohnausgleich. Zudem können Überstunden auf einem Zeitkonto angespart werden. Ford-Betriebsratschef Dieter Hinkelmann wertete die Vereinbarung als Beweis, dass am Standort Deutschland profitabel Autos gebaut werden können.

Mit dem Vertrag sind Spekulationen über eine Produktionsverlagerung nach Osteuropa bei Ford erst einmal vom Tisch. Die rund 24 400 Arbeitsplätze in Köln und Saarlouis sind gesichert. Ähnliche Standortsicherungsvereinbarungen gibt es zwar auch bei Konkurrenten, doch im Gegensatz zu VW und Mercedes sieht sich Ford zurzeit nicht gezwungen, Stellen zu streichen. „Wir haben in den vergangenen viereinhalb Jahren vieles von dem getan, was andere jetzt tun müssen“, sagte kürzlich der Produktionsvorstand von Ford in Europa, John Fleming. Auch Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler glaubt, dass Ford einen Schritt weiter ist als die Konkurrenten Opel und VW.

Bei Opel, Mercedes und besonders bei VW stehen die Zeichen dagegen auf Sturm. Nachdem Opel-Chef Hans Demant mit der Schließung von einem der vier europäischen Werke gedroht hat, in denen der Golf-Konkurrent Astra gebaut wird, schrillen bei der Belegschaft die Alarmglocken. „Wir lassen uns vom Opel-Vorsitzenden nicht gegeneinander ausspielen. Werksschließungen werden wir nicht akzeptieren“, sagte der oberste GM-Arbeitnehmervertreter in Europa, Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Die Verhandlungen mit dem GM-Management, die noch in dieser Jahreshälfte beginnen sollen, dürften kontrovers verlaufen.

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