Arcandor
Arcandor steigt bei Air Berlin ein

Thomas Middelhoff macht den Essener Kaufhaus- und Touristikkonzern zum Großaktionär bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Arcandor (ehemals Karstadt-Quelle) bringt die 75 Prozent, die es am Ferienflieger Condor hält, in die börsennotierte Air Berlin ein. Dafür wird Arcandor mit 30 Prozent an der Airline beteiligt. Wer den Deal jetzt noch stoppen kann.

tak HB DÜSSELDORF. Wie das Handelsblatt aus unternehmensnahen Kreisen erfahren hat, will Middelhof am Donnerstag gemeinsam mit Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold die Lufthansa auffordern, ihren Anteil von 25 Prozent an Condor ebenfalls für einen Kauf durch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft freizugeben. Die Berliner Gesellschaft verkleinert damit ihren Abstand auf die Lufthansa als deutschen Marktführer.

Ein Air-Berlin-Sprecher bestätigte Gespräche der beiden Unternehmen. Über eine engere Verbindung zwischen Air Berlin und Condor war zuletzt in der Luftfahrtbranche wiederholt spekuliert worden. Air Berlin hatte in den vergangenen zwölf Monaten bereits die beiden Airlines dba und LTU übernommen und war damit zur viertgrößten Fluggesellschaft im Europa-Flugverkehr aufgestiegen.

Konkurrent Lufthansa kann die geplante Übernahme noch stoppen. Das Vorhaben stehe unter dem Vorbehalt, dass Lufthansa ihr Vorkaufsrecht für Condor nicht geltend machte, teilte Air Berlin am Donnerstag mit. Derzeit hält Lufthansa 24,9 Prozent an der vor gut 50 Jahren von ihr gegründeten Airline, die Mehrheit von 75,1 liegen seit Anfang des Jahres beim Reisekonzern Thomas-Cook. Sie sollen im Wege eines Aktientausches an Air Berlin gehen, wenn im Februar 2009 das Vorkaufsrecht von Lufthansa ausläuft. Die restlichen 24,9 Prozent sollen nach den Vorstellungen von Air Berlin und Thomas Cook ein Jahr später folgen.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte am Donnerstag, das Unternehmen wolle sich sein Vorkaufsrecht für die Mehrheit an der Fluggesellschaft Condor vorerst offenhalten. Die Pläne von Air Berlin zur Übernahme der Condor kämen nicht überraschend. „Wir haben aber ja bis 2009 noch genügend Zeit, das zu überprüfen“, hieß es.

Lufthansa kündigte weitere Informationen an. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber wolle sich am Vormittag zu der mit der Deutschen Post geplanten Frachtflotte äußern. Dort werde Mayrhuber auch mehr zu Condor sagen.

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