Arcandor
Warenhaus AG weckt Interesse in Italien

Nach der Insolvenz hofft Arcandor nun auf einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Kaufhof. Doch was würde Metro mit der „Deutschen Warenhaus AG“ dann wirklich machen? Auf jeden Fall gibt es Interesse aus dem Ausland. Ein italienischer Investor prüft nach Informationen des Handelsblatts einen Einstieg bei dem neuen fusionierten Konzern.

MAILAND/DÜSSELDORF. Nach vergeblichen Versuchen, staatliche Hilfe zu bekommen, hat der Handelskonzern Arcandor gestern beim Amtsgericht Essen einen Insolvenzantrag gestellt. Auch für die Warenhaussparte Karstadt und die Versandtöchter Primondo und Quelle beantragte der Konzern Insolvenz. Damit bangen 43 000 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz. Ausgenommen vom Insolvenzverfahren sind die Touristiktochter Thomas Cook, einige Spezialversender und der Shoppingkanal HSE24. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick bezeichnete den Insolvenzantrag als "unvermeidbar". Er sehe ihn aber auch als Chance.

Letzte Hoffnung für Arcandor sind nun die Verhandlungen mit dem Konkurrenten Metro über einen Zusammenschluss zu einer Deutschen Warenhaus AG. Im ZDF "heute-journal" sagte Metro-Chef Eckhard Cordes, nach der geplanten Fusion von Karstadt und Kaufhof sollen von den dann insgesamt gut 200 Warenhäusern etwa 160 erhalten bleiben. Wie das Handelsblatt aus Kreisen zweier beteiligter Investmentbanken erfuhr, prüft Cordes bereits den Weiterverkauf dieser Warenhaus AG an einen ausländischen Käufer.

Als Interessent wird dabei der italienische Warenhaus-Unternehmer Maurizio Borletti genannt, der von einem nicht genannten Finanzinvestor unterstützt werden soll. Borletti sagte dem Handelsblatt: "Es laufen derzeit Diskussionen, an denen wir uns beteiligt haben. Aber angesichts der delikaten Lage ziehe ich es vor, nicht zu kommentieren." Den Kontakt zu Borletti soll dem Metro-Chef Goldman-Sachs-Deutschlandchef Alexander Dibelius vermittelt haben. Eine Goldman-Sprecherin sagte, ihr sei davon nichts bekannt.

Auch bei Metro gab man sich zu einer möglichen Übernahme der geplanten Deutschen Warenhaus AG durch den Italiener bedeckt. "Uns liegt dazu nichts vor", sagte ein Sprecher. Er bestätigte aber, dass Metro die Warenhäuser zunächst einer ein- bis zweijährigen Restrukturierung unterziehen wolle, um sie dann mehrheitlich abzugeben. Dabei sei auch der Börsengang eine Option.

Klappt der Deal, wäre dies für Cordes ein großer Erfolg. Denn die Kaufhof-Häuser gehören erklärtermaßen nicht mehr zum Kerngeschäft der Metro, im vorigen Jahr hatte sich Cordes vergeblich darum bemüht, sie zu verkaufen.

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