Arcelor auf Expansionskurs
Milliarden-Übernahme im Stahl-Sektor

Der weltweit zweitgrößte Stahlproduzent Arcelor will den kanadischen Konkurrenten Dofasco für umgerechnet rund drei Mrd. Euro in bar übernehmen.

HB BRÜSSEL. Wie der in Luxemburg ansässige Konzern am Mittwoch mitteilte, wird er 56 kanadische Dollar je Dofasco-Stammaktie zahlen. Dies entspricht einem Aufschlag von 27,3 Prozent auf den Schlusskurs der Dofasco-Titel vom Vortag. Arcelor-Aktien wurden gut zwei Prozent niedriger mit knapp 20 Euro gehandelt.

Arcelor habe mit Dofasco seit der ersten Jahreshälfte 2005 über eine Übernahme gesprochen, teilte Arcelor weiter mit. Die Gespräche seien an einer Einigung beim Preis gescheitert. Mit dem jetzigen Übernahmegebot wende sich Arcelor direkt an die Dofasco-Aktionäre, um 66% oder zwei Drittel der Anteile zu erwerben.

Durch die Übernahme will Arcelor seine Position auf dem nordamerikanischen Markt verstärken. Dem Unternehmen geht es vor allem um den Zugang zur dortigen Automobilbranche. Für die europäischen Autobauer ist Arcelor der führende Zulieferer. Die Dofasco-Übernahme wäre die bislang wichtigste Investition des Konzerns in Nordamerika, betonte Arcelor-Chef Guy Dolle. Derzeit hat Dofasco einen Börsenwert von rund 3,4 Mrd. kanadischen Dollar. Das Arcelor-Angebot beläuft sich auf 4,3 Mrd. kanadischen Dollar.

Erst kürzlich hatte Arcelor angekündigt, seine Expansion mit milliardenschweren Zukäufen vor allem außerhalb Europas fortsetzen zu wollen. „Wir haben ein Akquisitionspotenzial zwischen drei und fünf Mrd. Euro“, hatte Finanzchef Michel Wurth gesagt.

Arcelor sieht sich derzeit mit aggressiven Expansionsplänen des Konkurrenten Mittal Steel konfrontiert. Mittal Steel hatte zuletzt ein ukrainisches Stahlwerk für rund vier Mrd. Euro ersteigert und will die US-Gruppe International Steel Group für gut 13 Mrd. Euro übernehmen.

UBS: Stahlsektor hat noch Potenzial

Die Analysten der Schweizer UBS erwarten für 2006 eine positive Entwicklung im europäischen Stahlsektor. Die Analysten rechnen in ihrem Basisszenario mit höheren Rohstoffpreisen, so dass Arcelor und Corus ihren Gewinn pro Aktie im Jahr 2006 um 46% bzw 43% steigern könnten. In einem optimistischeren Szenario könnten die Gewinne pro Aktie bei Corus sogar um 59%, bei Arcelor um 50% und um 27% bei Thyssen-Krupp steigen. In jedem Fall erwartet die UBS, dass die Gewinne und die Rendite des investierten Kapitals im Jahr 2006 signifikant ansteigen werden, während die Margen gegenüber 2005 sinken dürften.

Die steigenden Gewinne seien vor allem aufgrund geringerer chinesischer Exporte, regionaler Konsolidierung, Angebotsdisziplin, langfristigen Verträgen mit Preisbindung und Kosteneinsparungen zu erwarten. Der Stahlsektor sei derzeit ungerechtfertigt unterbewertet und weise ein Aufwärtspotenzial von 20% auf, hieß es weiter.

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