Arcelor erwägt erneutes Gegenangebot
Thyssen-Krupp springt Dofasco zur Seite

Thyssen-Krupp springt Dofasco als „Weißer Ritter“ zur Seite: Das Dax-Unternehmen will den größten kanadischen Stahlproduzenten für 3,5 Milliarden Euro in bar übernehmen und fährt damit dem Luxemburger Stahlkonzern Arcelor in die Parade. Der gibt sich aber noch nicht geschlagen.

HB BRÜSSEL. Thyssen-Krupp teilte am Montag in Düsseldorf mit, der Vorstand von Dofasco habe der freundlichen Übernahme zugestimmt und den Aktionären einmütig die Annahme des Angebots von 61,50 kanadischen Dollar (44,28 Euro) je Stammaktie empfohlen - 40 Prozent mehr gegenüber dem Schlusskurs der Papiere vom 22. November. Damit überbot der Düsseldorfer Konzern die bisherige Offerte des Konkurrenten Arcelor um knapp zehn Prozent.

Thyssen-Krupp könne den gesamten Kauf durch Barmittel finanzieren, sagte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz. Der Konzern sei nach umfangreichen Firmenverkäufen schuldenfrei. Den Börsianern schmeckte das Vorhaben der Deutsche nicht so Recht: Die im Dax notierte Aktie von Thyssen-Krupp verlor mehr als zwei Prozent auf 17,18 Euro. „Der Bonus von 9,8 Prozent zu dem Angebot von Arcelor ist einfach ziemlich heftig“, erklärte WestLB-Analyst Michael Tappeiner die Marktreaktion.

Arcelor erwägt bereits ein erneutes Gegenangebot für Dofasco. „Arcelor prüft gegenwärtig die neue Entwicklung“, teilte Europas größter Stahlkonzern am Montag mit. Nach Abschluss der Überprüfung werde Acrcelor Stellung beziehen.

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Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz zeigte sich hinsichtlich der Erfolgsaussichten des am Montag offiziell vorgelegten Angebots zuversichtlich . „Derjenige, der uns überbieten will, muss schon gewaltig zugreifen. Das wird nicht einfach sein“, zeigte sich der Thyssen-Krupp-Chef zuversichtlich.

Der weltweit zweitgrößte Stahlkonzern Arcelor hatte erst in der vergangenen Woche ein feindliches Übernahmeangebot in Höhe von umgerechnet 3,1 Mrd. Euro vorgelegt. Daraufhin habe sich das Management des kanadischen Herstellers mit der Bitte an Thyssen-Krupp gewandt, zum Schutz vor einer feindlichen Übernahme die Rolle des so genannten „Weißen Ritters“ zu übernehmen, berichtete Schulz. „Unsere Verhaltensweise wurde honoriert“, so der Thyssen-Krupp-Chef. Das Düsseldorfer Unternehmen Thyssen-Krupp nimmt derzeit den zehnten Rang auf der Weltrangliste der Stahlhersteller ein.

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