0 Bewertungen
19.06.2006 
Aktionärskritik

Arcelor könnte Hauptversammlung verschieben

Nach Berichten der Pariser Presse erwägt der Luxemburger Stahlkonzern Arcelor seine für Mittwoch geplante Hauptversammlung zu verschieben. Grund sei der Widerstand der Aktionöre gegen den Zusammenschluss mit der russischen Severstal.

HB PARIS. Möglicherweise werde auch nur die Tagesordnung der Hauptversammlung in Luxemburg geändert, schreibt der „Figaro“ am Montag. Noch sei alles offen, schreibt auch „La Tribune“ unter Berufung auf einen Arcelor-Manager.

Arcelor will sich von seinen Eignern einen Aktienrückkauf genehmigen lassen, mit dem 6,5 Mrd. Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet würden. Viele Aktionäre sind aber dagegen, weil damit gemäß dem Fusionsvertrag mit Severstal automatisch der Anteil der Russen an Arcelor von rund 32 auf 37,5 Prozent steigen würde. Dies würde eine Übernahme Arcelors durch den Branchenprimus Mittal vermutlich abblocken, bevor die Aktionäre darüber entschieden haben.

Alternativ werde erwogen, die 6,5 Mrd. als Sonderdividende auszuschütten, schreibt der „Figaro“. Der Betrag entspricht dem Baranteil des Übernahmeangebots, das der indisch-britische Stahlmagnat Mittal für Arcelor vorgelegt hat. „Wir könnten unsere Aktionäre bitten, über die Einberufung einer neuen Hauptversammlung nach Schluss des Angebots von Mittal Steel am 5. Juli abzustimmen“, sagte ein Konzernverantwortlicher dem Blatt.

Vergangene Woche hatte das Arcelor-Management erstmals mit Mittal direkt über eine Fusion gesprochen. „Bislang sind die Gespräche befriedigend verlaufen“, sagte Mittal-Chef und Haupteigner Lakshmi Mittal. Mittal bietet 22 Mrd. Euro in Aktien und bar für Arcelor.

Severstal-Chef Alexej Mordaschow hat die Arcelor-Aktionäre dieser Tage nach Russland eingeladen, um sie von der Fusion überzeugen. „Wir verdienen 150 Euro je Tonne Stahl, während Mittal nur 92 Euro herausholt“, argumentiert er.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

Eick löst Middelhoff als Arcandor-Chef ab  Artikel in Merkliste

Das ist ein Paukenschlag in der deutschen Unternehmenslandschaft: Der Noch-Finanzvorstand der Deutschen Telekom, Karl-Gerhard Eick, wird neuer Vorstandschef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Was aus dem aktuellen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wird, ist noch unklar. Artikel


Anzeige