Arcelor/Mittal: Verkauf nicht möglich
Thyssen-Krupp kommt nicht an Dofasco ran

Der deutsche Stahlkonzern Thyssen-Krupp muss seine Hoffnungen auf eine Übernahme des kanadischen Konkurrenten Dofasco wohl endgültig begraben.

HB BRÜSSEL/DÜSSELDORF. Die vor dem Zusammenschluss stehenden Stahlhersteller Mittal Steel und Arcelor teilten am Mittwoch mit, der größte kanadische Stahlhersteller könne nicht verkauft werden. Mittal-Finanzchef Aditya Mittal sagte, der Konzern werde stattdessen andere Werke in Nordamerika veräußern, um die Auflagen der US-Wettbewerbsbehörden zu erfüllen. Thyssen-Krupp wollte dies nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies auf Anfrage lediglich noch einmal darauf, dass Thyssen einen Vertrag mit Mittal habe, der den Weiterverkauf des kanadischen Stahlherstellers vorsehe. „Die Situation hat sich nicht geändert“, sagte der Sprecher.

„Es ist rechtlich nicht möglich, Dofasco zu verkaufen“, sagte Arcelor-Finanzchef Gonzalo Urquijo am Mittwoch während einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Arcelor hatte vor einigen Monaten seine Anteile an Dofasco in eine niederländische Stiftung ausgelagert, um diese vor einem Zugriff zu schützen. Die Luxemburger hatten mehrfach erklärt, auch nach einem Zusammenschluss mit Weltmarktführer Mittal Dofasco nicht verkaufen zu wollen. Mittal hatte hingegen im Frühjahr eine Vereinbarung mit Thyssen-Krupp geschlossen, im Fall einer Übernahme von Arcelor Dofasco für 3,8 Mrd. Euro an den Düsseldorfer Konzern zu veräußern.

Thyssen-Krupp prüft bereits Alternativen

Thyssen-Krupp wollte mit Dofasco seine Marktposition in Nordamerika stärken. Der Konzern hatte Anfang des Jahres den Übernahmekampf um Dofasco gegen Arcelor verloren. Angesichts der unklaren Lage hat der Konzern inzwischen damit begonnen, als Alternative den Bau eines Werks in Nordamerika zu prüfen. Vorstandschef Schulz hatte jedoch den Druck auf Mittal aufrechterhalten. „Wenn Mittal uns Dofasco nicht bieten kann, muss er eine Alternative bieten“, sagte er. „Wir haben einen Vertrag mit Mittal.“ Welche Alternative für Thyssen-Krupp interessant sein könnte, hatte er offen gelassen. Aditya Mittal, Finanzchef im Unternehmen seines Vaters, teilte hingegen mit, es gebe keine Verpflichtungen Mittals gegenüber Thyssen-Krupp, falls der Verkauf nicht gelinge.

Der Aufsichtsrat hatte im Mai eine Machbarkeitsstudie für den Bau eines Stahlwerks in Nordamerika mit Walz- und Veredelungskapazitäten von 4,5 Mill. Tonnen in Auftrag gegeben. Die Investitionssumme bezifferte der Aufsichtsrat auf 1,8 Mrd. Euro. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollten dem Aufsichtsrat bei seiner Sitzung im August vorgelegt werden. Das Gremium kommt am Freitag kommender Woche zusammen. An dem Tag will Thyssen-Krupp auch die Zahlen zum dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2005/06 vorlegen.

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