Arcelor-Übernahme: Mittal wirbt in Deutschland um Unterstützung

Arcelor-Übernahme
Mittal wirbt in Deutschland um Unterstützung

Im Tauziehen um die geplante Übernahme von Arcelor wirbt der weltgrößte Stahlkonzern Mittal um die Unterstützung der IG Metall und führt erste Sondierungsgespräche mit Arcelor-Aktionären.

HB FRANKFURT. Mittal-Europa-Chef Roeland Baan und der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, kamen am Donnerstag zu einem ersten Gespräch zusammen, wie eine Gewerkschaftssprecherin erklärte. Laut IG Metall sicherte die Europa-Führung von Mittal zu, im Falle einer Arcelor-Übernahme sollten alle Vereinbarungen über Mitbestimmung, Investitionszusagen sowie Standort- und Beschäftigungssicherung Bestand haben.

Diese Zusicherung werte die IG-Metall positiv. Allerdings habe man auch deutlich gemacht, dass die Gewerkschaft eine feindlich Übernahme grundsätzlich nicht „für zielführend“ halte, sagte die Sprecherin. Die IG Metall werde sich über die Situation umfassend informieren und halte Gespräche unter anderem auch mit Arcelor für sinnvoll. Arcelor beschäftigt in Deutschland an drei Standorten rund 8 000 Mitarbeiter.

Unterdessen zeigte sich Firmenchef Lakshmi Mittal laut „Financial Times Deutschland“ nach einem Treffen mit Arcelor-Aktionären in Frankfurt am Main optimistisch. „Die Mehrheit der Investoren sind für die Transaktion, sie sehen den Wert, den wir damit schaffen können“, zitierte das Blatt den Chef des weltgrößten Stahlkonzerns.

Nach einer Arcelor-Übernahme wolle die Familie die Mehrheit der Aktien behalten, bekräftigte Mittal - mindestens 50,1 Prozent. Eine Erhöhung seiner Kauf-Offerte schloss er eindeutig aus: „Das ist mein letztes Wort“, wurde er zitiert. Schon heute glaube der Mittal-Chef die Mehrheit der Arcelor-Aktionäre auf seiner Seite, strebe aber nach wie vor eine Einigung mit dem Luxemburger Unternehmen an, schrieb das Blatt. „Ich bin sicher, wir werden uns eines Tages treffen“, sagte er.

Bislang aber gäbe es keine Gespräche zwischen ihm und Arcelor. Er habe mehrfach versucht, Arcelor-Chef Guy Dollé zu erreichen, bislang habe sich dieser aber nicht gemeldet. Dass Arcelor nun schnell einen anderen Stahlkonzern übernimmt, um sich als Übernahmeobjekt unattraktiv zu machen, hält Mittal offenbar für unwahrscheinlich. „Unser Angebot an die Arcelor-Aktionäre ist besser, die Aktionäre würden daher eine andere Übernahme nicht wollen“, sagte er. „Sie müssen entscheiden.“ Als möglicher Übernahmekandidat für Arcelor gilt der amerikanische Stahlkonzern US Steel.

Weltmarktführer Mittal will die Nummer zwei der Branche für 18,6 Mrd. Euro übernehmen. Arcelor wehrt sich bisher dagegen. Gelänge eine Übernahme, entstünde ein Stahlgigant mit einer Gesamtproduktion von weit über 100 Mill. Tonnen und einem Marktwert von fast 33 Mrd. Euro. Luxemburg, Frankreich Spanien lehnen ebenfalls eine feindliche Übernahme Arcelors. Die Politik kann die Fusion letztlich nicht verhindern. Dies könnte aus Wettbewerbsgründen lediglich die EU-Kommission.

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