ARD-Markencheck
Nur ein kleiner Schatten auf der heilen Welt von Adidas

Die ARD widmete sich in einer TV-Doku der Frage, warum die Marke Adidas allgegenwärtig ist und auf wessen Kosten der Turnschuh-Hersteller Milliarden-Umsätze macht. Dabei wurde dem Zuschauer Aufgewärmtes aufgetischt.
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DüsseldorfAdidas geht es glänzend. Im laufenden Jahr steuert der Sportartikel-Konzern auf neue Rekorde zu. Die Marke mit den drei Streifen hat ein atemberaubendes erstes Quartal hinter sich – doch die ARD wirft mit ihrem „Markencheck“, der am Montagabend ausgestrahlt wurde, einen kleinen Schatten über den Erfolg des Herzogenauracher Unternehmens.

In bewährter Manier erklärten die Autoren der 45-minütigen Dokumentation, warum die Marke Adidas eigentlich so ein Renner ist, stellten die Frage, ob die Produkte wirklich so gut sind, ob man in Sporthemdchen von Adidas schneller läuft und testeten in Fußgängerzonen, ob Kunden Fakes aus der Türkei erkennen können. Leider wurde dem Zuschauer aber nicht wirklich etwas Neues präsentiert.

Die Reporter erklärten zunächst, ganz dem Format des „Markenchecks“ folgend, diesmal nur am Beispiel Adidas, die wahnsinnige Welt des Marketings und veranschaulichten die „magische Wirkung“ der drei Streifen, indem sie ahnungslose Konsumenten aufs Kreuz legten.

In der Kölner Innenstadt sollten Passanten den Preis einer 75-Euro-Jacke erraten, von der die drei Streifen entfernt wurden. Gleichzeitig hielt man ihnen dieselbe Jacke im Originalzustand vor. Das Ergebnis war wenig überraschend: Für das Exemplar mit dem Markenlogo würden alle deutlich tiefer in die Tasche greifen, weil sie glaubten, dass die Qualität besser sei. „Adidas wäre es mir wert“, sagte eine Frau lächelnd in die Kamera. So ging es auch den anderen: Insgesamt 120 Befragte schätzen die Streifenjacke im Schnitt auf 60 Euro, die streifenlose aber nur auf 20 Euro.

Als nächstes wurden auf die Hälfte von 40 No-Name-Shirts Adidas-Streifen genäht und das Logo aufgedruckt. Zwei Tage lang testeten 20 Läufer dann sowohl die vermeintlich billigen, als auch die vermeintlichen Original-Shirts. Fazit: 17 Sportler fielen auf den Trick mit den Streifen rein und glaubten, dass die drei Streifen sie höher, schneller und weiter bringen als das schlabberige, kratzige und muffige No-Name-Shirt. Ein Markensoziologe erklärte dazu, dass sei „genau die Differenz, die Marke ausmacht.“ Das erste Check-Ergebnis lautete demnach: „Die Markenwirkung ist verblüffend.“

Kommentare zu " ARD-Markencheck: Nur ein kleiner Schatten auf der heilen Welt von Adidas"

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  • zunächst vielen dank an das handelsblatt für eine vernünftige kritik an einer lauen berichterstattung die wir mit steuergeldern und gez unfreiwillig subventionieren. markenprodukte kaufen wir hingegen freiwillig und meist auch gerne und immerwieder - wenn markenprodukte also reiner schwindel sind, was sind wir konsumenten dann eigentlich für trottel!
    was auch gerne vergessen wird, ist die tatsache wie schwierig es ist eine produkt zu erfinden, zu verbessern und auf den markt zu bringen. ein bestehendes produkt zu imitieren ist keine so große leistung, und mir fällt kein no-name-produkt ein, dass mit irgendwelchen neuerungen aufwarten könnte - das tun nämlich die ach so bösen und profitgeilen marken.
    warum sollten eigentlich firmen (wie adidas) in der pflicht stehen das staatliche versagen in herstellungsländern ausgleichen? und warum fordern das eigentlich immer leute, die selber überhaupt nichts zum gesellschaftlichen progress beitragen? gründet doch einfach mal selber einen konzern, schafft tausende von arbeitsplätzen und ... ah, das könnt ihr nicht... schade, wo ihr doch so gute menschen seid, und auch noch so kompetent und sozial umsichtig! echt schade...

  • Ich habe in Deutschland für adidas gearbeitet, und weiß aus eigener Erfahrung das "Fair Play" gegenüber Mitarbeitern und alles was auf der adidas Seite versprochen wird, nicht real ist.
    Denn hinter den Kulissen finden ganz andere Dinge statt. Ich suchte interne hilfe da ich bis zum zusammenbruch gemobbt wurde und als dank wurde ich gefeuert.
    Ich hätte mir gewünscht das der ARD Beitrag mehr in die Adidas Politik eingetaucht wäre und nicht in den Oberflächlichen Glanz der Offensichtlich ist.

  • @Privatier
    Jetzt kennen sie auch mich und was sie sagen stimmt ganz und gar nicht.
    Herzliche Gruesse

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