Areva und Siemens
Merkel wirbt für Fortsetzen von Atom-Partnerschaft

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für die Fortsetzung der Industriepartnerschaft zwischen dem französischen Atomkonzern Areva und Siemens ausgesprochen. Medienberichten zufolge will Sarkozy, dass Areva wieder komplett in französische Hände kommt.

HB BERLIN. „Wir würden es gerne sehen, wenn die Kooperation von Siemens und französischen Unternehmen, also Areva, auch fortgeführt werden könnte“, sagte Merkel am Montag nach einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Meseberg bei Berlin.

Sarkozy betonte, Frankreich sei bereit, im Atom- und Energiebereich mit anderen Konzernen wie Siemens zusammenzuarbeiten. Medienberichten zufolge setzt sich Sarkozy dafür ein, dass Areva den 34-Prozent-Anteil von Siemens an dem Atomanlagenbauer übernehmen und Areva wieder vollständig in französische Hände kommen könnte. Merkel sagte, Siemens verfüge über ein sehr hohes Know-how. Sarkozy sei jemand, „der ganz stark versuchen wird, die deutschen und die französischen Projekte gemeinsam wo immer möglich zu halten.“

Beschlüsse über die Zukunft von Areva-Siemens habe es nicht gegeben. „Wir haben natürlich noch keine endgültigen Entscheidungen zu treffen gehabt, das ist auch nicht unsere Sache“, sagte Merkel. Der französische Präsident bekannte sich eindeutig zur Zukunft der Atomenergie. Gleichzeitig müsse über den Ausbau alternativer Energien gesprochen werden. „Es geht nicht darum, entweder Atomenergie oder erneuerbare Energien. Es geht um beides“, sagte Sarkozy.

Areva ist mit einem Weltmarktanteil von rund 25 Prozent führend bei Entwicklung, Bau und Wartung von Kernreaktoren und der Versorgung mit Brennelementen. Die Franzosen besitzen die Option, 2009 den Siemens-Anteil an der Kraftwerkssparte zu übernehmen. Rechtlich wirksam würde dieser Schritt aber erst 2012. Ein Siemens-Sprecher sagte, das Unternehmen wolle an der Beteiligung festhalten. „Aktuell besteht kein Handlungsbedarf, weil die Beteiligung bis 2012 besteht.“

Die Franzosen erwägen dem Vernehmen nach mehrere Optionen für Areva, darunter eine rein französische Lösung durch die Übernahme durch Bouygues und Alstom sowie eine internationale Lösung mit einer möglichen Beteiligung von Mitsubishi Heavy und Siemens am Mutterkonzern Areva. Hier würde der Staat mit einem starken Anteil vertreten sein. Sarkozy hatte zuletzt den Zusammenschluss des neuen französischen Energieriesen Gaz de France/Suez zum drittgrößten Energieversorger der Welt durchgesetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%