Arkemas Bilanzstruktur soll ähnlich solide aussehen wie jene des Mutterkonzerns
Total spaltet Chemiesparte Arkema ab

Die französische Total SA wird ihre Chemiesparte Arkema SA bis 2006 an die eigenen Aktionäre abspalten. Bis zu diesem Spin Off arbeitet die Gesellschaft bereits wie selbstständig. Anders als die Bayer-Chemiesparte Lanxess, die in großer Eile bis spätestens Anfang 2005 abgespalten werden soll, will sich Arkema-Vorstandschef Thierry Le Hénaff noch mindestens 15 Monate Zeit lassen, seinem Unternehmen eine solide Bilanz zu geben.

PARIS. Dass die Total-Tochter sich mit ihrer Verselbstständigung länger Zeit lässt als die Bayer-Chemiesparte Lanxess, erklärt Le Hénaff zwar auch mit dem Vorsprung, den Bayer bei der Ausgliederung ihrer Chemie habe. "Einen führenden Chemiekonzern schafft man nicht an einem Tag", sagte Le Hénaff am Rande der Präsentation der neuen Gesellschaft im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bayer habe eben früher angefangen.

Pariser Analysten verweisen aber darauf, dass Total, der viertgrößte Ölkonzern der Welt, mit seiner exzellenten Finanzlage und angesichts liquider Mittel von geschätzt 30 Mrd. Euro weit weniger als Bayer unter Druck steht, seine Chemie neu zu gliedern. Die grundsätzliche Entscheidung dazu hatte Total-Chef Thierry Desmarest im Februar getroffen.

Die Gründung von Arkema bedeutet gleichzeitig die Auflösung der früheren Total-Chemiesparte Atofina, die mit rund 21 Mrd. Euro Umsatz nach BASF als zweitgrößter reiner Chemiekonzern in Europa galt. Atofinas Petrochemie und einige sehr spezialisierte Geschäfte werden künftig direkt vom Total-Konzern geführt.

Mit rund 5 Mrd. Euro Umsatz ist Arkema etwas kleiner als Lanxess. Jeweils ein rund Drittel ihres Geschäftes macht sie mit Chlorchemie und PVC, mit Industriechemikalien sowie mit hochmargigen Performance-Materialien wie Polyamid 11 und 12. An den meisten ihrer Märkte ist Arkema Nummer eins bis drei im Wettbewerb. Ausnahme ist die Chlorchemie, wo die Franzosen nur in Europa vorn mit mischen.

Besonders bei den Industriechemikalien und bei Performance-Materalien wird die Total-Tochter zum Konkurrenten für Lanxess und für die fast drei Mal so große Degussa werden, erwarteten Branchenkenner in Paris. Auch könnten Arkema und Lanxess bei Erweiterungsprojekten in Asien auf einander treffen. Le Hénaff will den Umsatzanteil aus dieser Region von derzeit 8 Prozent in den nächsten Jahren bis auf 20 Prozent steigern. Auch Lanxess plant eine Verstärkung in Asien.

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