Arktische Minen lieferten in 2003 rund acht Millionen Karat - Drei weitere Förderstätten geplant
Kanada wird zur Diamanten-Großmacht

Mit der deutlichen Produktionsausweitung ist Kanada innerhalb von sechs Jahren von einem unbedeutenden Diamantenproduzenten zum drittgrößten Förderland der Welt aufgestiegen.

OTTAWA. Der Wert der geförderten Diamanten habe 2003 etwa 1,1 Mrd. US- $ betragen, teilte das kanadische Statistikamt mit. Die bisher vorliegenden Produktionsdaten deuteten darauf hin, dass Kanada fast 15 % des weltweiten Diamantenangebots produziert habe, berichten die Statistiker weiter.

Weltmarktführer ist nach vorläufigen Angaben des für Bodenschätze zuständigen kanadischen Ministeriums Botswana. Das südafrikanische Land hat im vergangenen Jahr Diamanten im Wert von etwa 2,2 Mrd. $ gefördert. Auf dem zweiten Platz liegt Russland mit umgerechnet rund 1,95 Mrd. $. Den dritten Platz teilt sich Kanada mit Südafrika.

In den kommenden Jahren wird das nordamerikanische Land die Fördermenge weiter steigern. So soll die Förderung der beiden Diamantenminen Ekati und Diavik in der kanadischen Arktis auf rund 12 Millionen Karat steigen. Darüber hinaus sind drei weitere Diamanten- Förderstätten in Planung. Nach Einschätzung von Neil Buxton von WWW International Diamond Consultants in London wird Kanada angesichts solcher Pläne „für die absehbare Zukunft ein bedeutender Akteur“ auf dem weltweiten Diamantenmarkt sein.

Dabei war erst 1991 in den Nordwest-Territorien der kanadischen Arktis das diamantenhaltige Gestein Kimberlit, benannt nach der südafrikanischen Stadt Kimberley, entdeckt worden. 1998 nahm die erste Diamantenmine, Ekati, die Produktion auf. Ekati gehört zu 80 % dem Rohstoffkonzern BHP Billiton. Im Jahr 2001 wurden in der Mine 3,7 Millionen Karat im Wert von 450 Mill. $ gefördert, womit Kanada zum sechstgrößten Diamantenproduzenten der Welt aufstieg. Ein Jahr später wurden in Ekati bereits etwa 4,9 Millionen Karat gefördert.

Anfang 2003 begann die Förderung in der Diavik-Mine, einem Joint Venture der Aber Diamond Corporation in Toronto und Diavik Diamond Mines Inc., einer Tochter der britischen RIO Tinto. Deren Produktion konnte mehrere Monate vor dem avisierten Termin aufgenommen werden und hat wesentlich schneller als geplant die volle Kapazität erreicht. Angesichts der reichhaltigen Vorkommen gehen die Unternehmen davon aus, die Jahresproduktion bis auf acht Millionen Karat hochfahren zu können.

Die drei geplanten Minen, das Snap-Lake- und das Victor-Project von De Beers Canada sowie die Jericho-Mine des kanadischen Unternehmens Tahera liegen in der „Slave Geological Province“, der nach dem Sklavensee benannten geologischen Formation.

Angesichts ihrer Qualität erzielen die in der Arktis gewonnenen Edelsteine sehr hohe Preise. Sie werden entweder als Schmuck-Diamanten verkauft oder in der Industrie wegen ihrer Härte als Bohr- und Schneidematerial eingesetzt. Die Aber Corporation konnte im vergangenen Jahr beim Verkauf der ersten Diamanten aus der Diavikmine einen Preis von 96 $ pro Karat erzielen.

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