Aromenhersteller
Symrise wittert Übernahmechancen

Der Duft- und Aromenhersteller Symrise will weiter wachsen und dabei auch auf Zukäufe setzen. 10 bis 12 Firmen kämen in die engere Auswahl. Für das Gesamtjahr sieht sich das Management auf Kurs und bestätigte die bisherigen Prognosen.
  • 1

HB FRANKFURT. Der Duft- und Aromenhersteller Symrise traut sich dank seiner weitgehend robusten Geschäfte auch in einem härteren Marktumfeld mehr Wachstum zu. Dabei setzt der im niedersächsischen Holzminden ansässige Konzern auf Zukäufe zur Abrundung seiner Sparten. "Wir werden weiter schneller wachsen als der Markt, da gehören auch Akquisitionen, wo sie Sinn machen, dazu", sagte Symrise-Chef Heinz-Jürgen Bertram, der seit Juli den Konzern leitet, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Symrise schaue sich konstant etwa zehn bis zwölf Firmen an. Aufgrund des guten Cashflows könnten kleinere Zukäufe ohne Probleme geschultert und Schulden abgebaut werden. Die Frage nach mehr Eigenkapital sieht der Manager pragmatisch. "Wir schließen nichts aus." Symrise hat bei Zukäufen gegenwärtig insbesondere Märkte in Regionen wie dem Nahen Osten, Nordafrika, Osteuropa, Asien und Lateinamerika auf dem Radar. 2008 hatte sich der Konzern dagegen auf die USA konzentriert und dort Geschäfte für zusammen etwa 140 Mio. Euro erworben. Mit den Zukäufen stieg Symrise zu einem der führenden Anbieter für Raumdüfte in den USA aus.

Symrise ist mit einem Anteil von etwa zwölf Prozent der weltweit viertgrößte Anbieter von Duftsubstanzen und Aromen. Der Weltmarkt wird auf etwa 20 Mrd. Dollar geschätzt und wächst im Schnitt jährlich etwa zwei bis drei Prozent. Die Nachfrage nach funktionalen Produkten, wie etwa natürlichen Stoffen, die die Süße von Zucker verstärken, aber selbst nicht süß sind, wächst Bertram zufolge deutlich schneller. Symrise hat seine Kunden unter anderem unter Luxusgüterherstellern wie Christian Dior, Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble und Lebensmittelkonzernen wie Nestle.

Im dritten Quartal hatte der Konzern beim Ergebnis deutlich stärker als erwartet zugelegt und dabei von Umbaumaßnahmen und einem starken Lateinamerikageschäft profitiert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg binnen Jahresfrist währungsbereinigt um zwölf Prozent auf 72 Mio. Euro.

Die Sparschritte, die etwa die Schließung und Zusammenlegung von Produktionen in Spanien und in Großbritannien vorsahen, sind Bertram zufolge nun abgeschlossen. "Wir haben keinen weiteren Handlungsbedarf, da noch mal nachzulegen", sagte der Manager, der immer noch Einnahmen aus dem Patent für eine Fliegenfalle erhält, die er einst in seiner Zeit bei Bayer erfunden hatte.

Symrise traf die Wirtschaftskrise vor allem in den Luxussegmenten, die stärker vom Verbrauchervertrauen abhängen, etwa bei Duftstoffen für teure Parfüms. Hier sieht Bertram zwar einige Anzeichen für eine Besserung - aber den großen Umschwung kann er noch nicht erkennen. "Würde ich jetzt sagen, die Welle kommt nächstes Jahr, wir schmeißen das Surfbrett jetzt schon mal freudig ins Wasser? Kann sein, dass wir dann auf dem trockenen Sand sitzen", sagte der Manager. Große Impulse aus dem Weihnachtsgeschäft habe es zudem dieses Jahr nicht gegeben.

Was Bertram dennoch zuversichtlich stimmt, ist das Ende des Lagerabbaus bei den Kunden. So nahm im dritten Quartal der Absatz zu und die Auftragseingänge in den Sparten Flavor & Nutrition und Scent & Care zogen spürbar an. Die Ziele für das Gesamtjahr, die ein um Umbaukosten bereinigtes Ebitda auf Vorjahreshöhe und eine bereinigte Ebitda-Marge von über 19 Prozent vorsehen, würden deshalb sicher erreicht. "Wir sind auf Kurs", betonte er. Während 2009 für den weltweiten Duft- und Aromenmarkt ein Rückgang von zwei bis drei Prozent erwartet wird, will Symrise seinen Umsatz währungsbereinigt um zwei Prozent steigern. Die Nettoverschuldung solle zum Jahresende bei etwa 560 Mio. Euro liegen nach 606 Mio. Euro Ende September.

Kommentare zu " Aromenhersteller: Symrise wittert Übernahmechancen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Eine gute Nachricht für Symrice und die Kreisstadt Holzminden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%