Arzneimittelhersteller führen erste Gespräche
Novartis prüft Gegenangebot für Aventis

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis erwägt, im Übernahmekampf um den französischen Pharmakonzern Aventis als weißer Ritter aufzutreten. Informierten Kreisen zufolge haben Novartis und Aventis Gespräche über eine Abwehr des feindlichen Übernahmeangebots des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Synthélabo aufgenommen.

wsj/shf LONDON. Eine Entscheidung, ob Novartis ein Gegenangebot für Aventis abgeben werde, sei allerdings noch nicht gefallen.

Der Baseler Pharmakonzern wird bereits seit längerem als potenzieller weißer Ritter für Aventis gehandelt. Novartis-Chef Daniel Vasella hatte am Dienstag auf der Generalversammlung des Unternehmens seine Absicht bekräftigt, eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess der Pharmabranche zu spielen. Auf die Frage nach einem möglichen Interesse an Aventis sagte er gegenüber Journalisten: „Sie können von mir dazu nichts anderes als ,Kein Kommentar‘ erwarten.“

Aventis bemüht sich bereits seit vier Wochen um eine Abwehr der feindlichen Übernahme durch den kleineren Konkurrenten Sanofi. Als eine, wenn auch nicht die bevorzugte Option gilt dabei auch der Zusammenschluss mit einem freundlich gesinnten Konzern, einem so genannten weißen Ritter.

Primär ist Aventis bislang indessen bestrebt, die eigene Bewertung möglichst weit nach oben zu treiben, um die Offerte für die eigenen Aktionäre uninteressant zu machen. Sanofi bietet nach derzeitigen Kursen rund 46 Mrd. Euro für Aventis. Das sind gut 5 % weniger als der aktuelle Börsenwert von Aventis.

Auf der letzten Aufsichtsratssitzung von Aventis in der vergangenen Woche hat das Thema weißer Ritter nach Informationen aus Unternehmenskreisen keine besondere Rolle gespielt. Um Zeit zu gewinnen, geht Aventis auch juristisch gegen die Offerte vor. So hat der Konzern sowohl Widerspruch bei der Börsenaufsicht AMF eingelegt als auch eine Anfechtungsklage gegen die Zulassung der Offerte erhoben. Nach der jüngsten Entscheidung der AMF haben die Aventis-Aktionäre bis Ende Mai Zeit, über einen Verkauf ihrer Anteile an Sanofi zu entscheiden.

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