Arzneimittelhersteller
Sinkende Preise bremsen Generikafirma Stada

Der Generika-Hersteller Stada hat die verhaltenen Erwartungen für das laufende Jahr bestätigt. Und ob sich der für die erste Jahreshälfte angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise erwartete Rückgang von Umsatz und Ertrag im zweiten Halbjahr ausgleichen lasse, sei offen.

FRANKFURT. Der Preisverfall bei patentfreien Medikamenten sowie Währungseinbußen im Osteuropa-Geschäft hinterlassen beim Pharmahersteller Stada deutliche Bremsspuren. In den ersten beiden Monaten des Jahres sank der Umsatz des zweitgrößten deutschen Herstellers von Nachahmer-Medikamenten (Generika) um 12 Prozent. Bereinigt um Desinvestitionen und Währungseffekte lag der Erlös um zwei Prozent unter Vorjahr.

Vor diesem Hintergrund bekräftigte das Management gestern seine sehr verhaltene Prognose. Umsatz und Gewinn werden demnach im ersten Halbjahr 2008 sinken und möglicherweise auch im Gesamtjahr hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben. Der um „Sonderfaktoren“ bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll mindestens 250 Mio. Euro erreichen. Für den ungünstigsten Fall geht der Stada-Vorstand damit von einem Ertragsrückgang um etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.

Firmenchef Hartmut Retzlaff blieb dabei aber bei einem relativ zuversichtlichen mittelfristigen Ausblick. „Stada hat prinzipiell die Chance, wieder Wachstum bei Umsatz und Gewinn zu erzielen“, sagte er. Eine Basis dafür sieht Retzlaff unter anderem in einer wachsenden Zahl an wichtigen Patentabläufen in Europa. So laufen im zweiten Halbjahr 2009 zum Beispiel die Patente für umsatzstarke Medikamente wie das Magenmittel Pantoprazol und das Herzmittel Losartan aus.

Außerdem geht Stada von steigenden Marktanteilen im AOK-Geschäft aus, nachdem das Unternehmen bei den jüngsten Ausschreibungen für rund 18 Prozent des ausgeschriebenen Volumens Zuschläge erhalten hat. Aufgrund erheblicher Preiszugeständnisse, sowohl bei den Rabattverträgen als auch im sonstigen Sortiment von Stada, bezahlt der Konzern den Gewinn an Marktanteilen allerdings mit deutlich sinkenden Margen. In Deutschland erzielt Stada noch mehr als ein Drittel seiner Erlöse von insgesamt gut 1,6 Mrd. Euro. Mit Preisdruck im Generikageschäft kämpft Stada auch in Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien.

Die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der Tochterfirmen in Russland und Serbien werden weiterhin von Währungseffekten negativ beeinflusst. Stada hatte sich in den beiden Ländern in den vergangenen Jahren durch Zukäufe verstärkt und erzielt dort rund ein Fünftel des Konzernumsatzes. In lokalen Währungen werde das Geschäft in Russland und Serbien jedoch weiter wachsen und dabei überdurchschnittliche Margen erzielen, sagte Retzlaff.

Analysten und Investoren reagierten gestern eher enttäuscht auf die Daten des Generikaherstellers. Experten der WestLB bezeichneten die Resultate als „durchwachsen“, werteten die Aussagen zum Russland- und Serbiengeschäft aber als ermutigend. Die Stada-Aktie, die in den vergangenen Monaten bereits um rund 40 Prozent eingebrochen ist, gab zeitweise um mehr als sieben Prozent nach.

Bereits Anfang März hatte Stada den Markt mit unerwartet schwachen Ertragszahlen für 2008 überrascht. Der Generikahersteller verbuchte danach 2008 zwar noch ein Umsatzwachstum um fünf Prozent. Gleichzeitig sank der Nettogewinn um gut ein Viertel auf 76 Mio. Euro. Gründe dafür waren sinkende Margen im Generikageschäft, negative Währungseffekte, Belastungen aus einem Zinssicherungsgeschäft in Russland sowie Rückstellungen für ein negatives Patenturteil. Klammert man die außergewöhnlichen Belastungen aus, ist der Konzerngewinn nach Angaben von Stada um ein Fünftel auf 116 Mio. Euro und der Gewinn vor Zinsen und Steuern um zwölf Prozent auf 219 Mio. Euro gesunken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%