Asiatische Flugzeuge
Regionaljets öffnen neuen Anbietern den Markt

Die asiatischen Flugzeugbauer Sukhoi und Avic drängen derzeit aggressiv auf den Markt - und setzen dabei besonders auf Regionalflieger. Doch der Markt für die kleinen Flieger wird künftig schrumpfen, schätzen Experten. Trotzdem könnten die asiatischen Anbieter die Regionalflieger als Sprungbrett nutzen.

PARIS/FRANKFURT. Allen ehrgeizigen Ankündigungen von Sukhoi oder Avic zum Trotz - die Newcomer im Flugzeugbau starten in einen langfristig schrumpfenden Markt. Boeing etwa sieht im aktuellen Marktausblick für 2027 deutlich weniger Regionalflieger im Einsatz als derzeit.

Doch was auf den ersten Blick paradox klingen mag, ist es nicht. Gerade weil das Geschäft recht unattraktiv ist, stellt es für neue Hersteller, die in den Flugzeugbau einsteigen wollen, ein gutes Sprungbrett dar: Das Segment ist erstens nicht so umkämpft wie der Markt der großen Flugzeuge, der so genannten Wide Bodys. Zweitens können die etablierten und erfahrenen Anbieter wie Boeing oder Airbus als Entwicklungspartner für die ehrgeizigen Projekte in Russland, China und Japan ins Boot geholt werden - haben sie selbst doch kein Interesse am Regionalgeschäft.

Hinzu kommt: Trotz des schrumpfenden Marktes haben die Regional-Flieger durchaus Potential. Zum einen ist der Ersatzbedarf groß, nutzen doch viele Gesellschaften recht veraltetes und damit teures Gerät. Nicht ohne Grund umwirbt Hersteller Mitsubishi potentielle Kunden gezielt mit dem neuen Triebwerk von Pratt & Whitney, das angeblich 15 Prozent weniger Treibstoff verbraucht und zudem in den Wartungskosten deutlich niedriger als herkömmliche Düsen liegt. In ein ähnliches Horn stößt Sukhoi-Chef Mikhail Pogosyan: Der Superjet sei leiser als die Konkurrenz und böte eine Ersparnis bei den operativen Kosten von "zehn bis 15 Prozent", rührte er in Paris die Werbetrommel.

Angesichts solcher Vorteile rechnet Bombardier denn auch im Gegensatz zu Boeing in der Kategorie von 70 bis 99 Sitzen bis 2027 mit einem Bedarf von immerhin 6 100 neuen Flugzeugen. Bei den bis zu 149-Sitzern sollen sogar nochmals 6 300 Flugzeuge hinzukommen.

Auf solche Prognosen stützen sich auch die Herausforderer aus China und Japan. Ihr Argument: Alleine die Wachstumsmärkte vor der eigenen Haustür böten schon genug Spielraum zur Expansion, selbst wenn die angebotenen Flugzeuge sukzessive immer größer werden und damit irgendwann an die Boeings und Airbusse heranreichen werden. Lediglich Sukhoi aus Russland ist auf Gedeih und Verderb auf das Exportgeschäft angewiesen.

"Der chinesische Markt ist so groß, wir werden Boeing und Airbus mit unserem eigenen Flugzeugen nicht schaden", glaubt Jin Qiansheng von der zum chinesischen Anbieter Avic gehörenden Aeronautik-Region CAIB, und fügt hinzu: "Wir streben 50 Prozent Anteil im Heimatmarkt an, denn der Markt wächst schneller, als wir produzieren können."

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