Asiatischer Absatz wächst
Fuchs Petrolub peilt erneut Rekordgewinn an

Der Mannheimer Öl- und Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub peilt trotz negativer Wechselkurseffekte durch den starken Euro im laufenden Jahr erneut einen Rekordgewinn an.

Reuters MANNHEIM. „Wir sind uns bewusst, dass das Vorjahresergebnis von 24,1 Millionen Euro eine hohe Hürde ist, aber wir werden auch diese nehmen“, sagte Finanzvorstand Alexander Selent am Freitag in Mannheim. Dank der Spezialisierung auf Nischenprodukte könne sich Fuchs dem Margendruck widersetzen. „Das Geschäftsmodell zahlt sich aus“, sagte Selent. Die Umsatzerwartungen nahm der Konzern wegen negativer Währungseffekte auf „über eine Milliarde Euro“ zurück. Bisher hatte Fuchs Petrolub mit 1,1 (2002: 1,065) Milliarden Euro Umsatz kalkuliert.

Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn nach Steuern erneut um zehn Prozent auf 13,2 Millionen Euro, wie Fuchs mitteilte. Das um 2,1 Prozent auf 42,4 Millionen Euro geschrumpfte operative Ergebnis sei durch höhere Zinserträge und niedrigere Steuern wettgemacht worden. Der Konzernumsatz ging um 3,7 Prozent auf 522,5 Millionen Euro zurück. Bereinigt um den Wechselkurseffekt von acht Prozent wäre der Umsatz um 4,2 Prozent gestiegen. Der größte von einem Ölkonzern unabhängige Hersteller habe somit dem realen weltweiten Nachfragerückgang nach Schmierstoffen von 2,3 Prozent im ersten Halbjahr getrotzt, hieß es.

Regional setzt Fuchs Petrolub auf den zunehmenden Bedarf in den asiatischen Entwicklungs- und Schwellenländern. Der Anteil Europas am Umsatz soll dagegen bis 2008 auf 50 bis 55 Prozent sinken, 2002 waren es noch 62,4 Prozent. Auf dem deutschen Markt habe sich Fuchs Petrolub im ersten Halbjahr „schön entwickelt“, sagte der designierte Vorstandschef Stefan Fuchs. Der Konzern profitiere hier zu Lande von der zunehmenden Marktkonzentration auf weniger Anbieter und dem Rückzug der großen Ölkonzerne aus einzelnen Vertriebsschienen.

Stefan Fuchs übernimmt am 1. Januar den Vorstandsvorsitz von seinem Vater Manfred, der seit 41 Jahren an der Firmenspitze steht. Fuchs schließt eine Umwandlung der Vorzugsaktien in Stämme nicht mehr aus. Das sein kein Tabu, sagte Manfred Fuchs. Voraussetzung für die Einheitsaktie bleibe aber der Schutz der Unabhängigkeit. Der Stimmrechtsanteil der Familie würde nach einer Umwandlung von 58 auf rund 30 Prozent sinken.

„Da wird das Eis etwas dünn. Wir bräuchten einen gleichgesinnten Block langfristig orientierter Mitaktionäre“, der eine feindliche Übernahme verhindern würde, umriss Fuchs seine Vorstellungen. „Es gibt ja sehr vermögende Familien.“ Aktiv auf der Suche sei die Familie aber nicht.

Die Stammaktien verloren bis zum Mittag ein Prozent auf rund 44 Euro, die im SDax notierten Vorzüge kosteten 38,23 Euro (minus 1,2 Prozent).

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