Asien verspricht starkes Wachstum
Der Boom bei Bergbahnen hält an

Beim größten Seilbahn-Produzenten der Welt geht es aufwärts: „Wir hatten ein ausgezeichnetes Jahr“, freut sich Michael Doppelmayr, Vorstandschef und Eigentümer der Doppelmayr Holding AG.

jojo WOLFURT. Trotz Wirtschaftsflaute verkaufte das Vorarlberger Familienunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März) 160 Gondelbahnen und Sessellifte.

Die Firma aus Wolfurt bei Bregenz profitiert von einer Nachfrage, wie sie die Branche lange nicht mehr erlebt hat. Weil im Frühjahr eine neue, europaweit gültige Seilbahn-Richtlinie in Kraft trat, investierten vorher noch zahlreiche Bahn-Betreiber. Zudem gibt es in Italien üppige Fördermittel für Lifte. Entsprechend positiv fielen die Zahlen aus: Der Gewinn kletterte um mehr als das Doppelte auf 26 Mill. Euro, der Umsatz stieg von 418 auf 464 Mill. Euro.

Zusammen mit dem Südtiroler Konkurrenten Leitner dominiert Doppelmayr den weltweiten Seilbahnbau. Daneben gibt es noch ein Dutzend regionaler Wettbewerber. Auch Leitner geht es gut: Die Gruppe erzielte zuletzt einen Umsatz von 427 Mill. Euro, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dass es weiter so steil aufwärts geht wie im vergangenen Jahr erwartet in der Branche allerdings niemand. „Wir werden auf hohem Niveau stagnieren“, sagt Hanno Ulmer, Finanzvorstand von Doppelmayr.

Hoffnung schöpfen die Anbieter unter anderem aus dem Nachholbedarf in der Schweiz. Der Seilbahn- Verband des Landes rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren 1,4 Mrd. Franken in neue Anlagen fließen werden. Im Gegensatz zu Österreich hat die stark fragmentierte Schweizer Seilbahn-Industrie in den vergangenen Jahren wenig investiert.

Die größten Wachstumschancen rechnen sich die Bahnhersteller aber jenseits von Matterhorn und Großglockner aus. Vor allem in Asien wollen sie stärker ins Geschäft kommen. „Die Länder sehen, dass sich Investitionen in den Tourismus schnell auszahlen“, sagt Michael Doppelmayr. Sein Unternehmen hat zuletzt Seilbahnen in Vietnam und Indonesien gebaut, Konkurrent Leitner hat jüngst einen Großauftrag aus Hongkong bekommen.

Zudem hofft Doppelmayr auf einem Umsatzschub durch selbst betriebene Anlagen. So unterhält die Firma in New York und Lissabon eigene Gondeln, in Andorra kommt demnächst eine weitere Bahn hinzu. Auch die Seilbahn auf der Bundesgartenschau in München, die im April beginnt, lässt die Firma unter eigener Regie laufen. Nach Ende der Blumenschau wird die Anlage wieder abgebaut, wie schon in Rostock, wo die Gondeln 2003 über den Köpfen der Besucher der Internationalen Gartenbau Ausstellung schwebten. Das sei „ein großer Erfolg“ gewesen, betont Michael Doppelmayr.

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