Astra-Zeneca-Übernahme
Pfizer macht Briten weitere Zugeständnisse

Der US-Konzern Pfizer will den Pharma-Riesen Astra-Zeneca übernehmen – und versucht dabei weiter, die Bedenken der britischen Regierung zu zerstreuen. Die hatte sich besorgt wegen eines möglichen Stellenabbaus gezeigt.
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LondonIm Übernahmepoker um den Pharma-Riesen Astra-Zeneca will der US-Konzern Pfizer seine Glaubwürdigkeit in Großbritannien unter Beweis zu stellen. Die dortigen Zweifel an seinen Arbeitsplatzversprechen versuchte das Pfizer-Management am Montag mit einer weiteren Zusicherung zu zerstreuen. Einen Tag vor der Anhörung von Pfizer-Chef Ian Read vor britischen Parlamentariern unterstrich das amerikanische Unternehmen die Ernsthaftigkeit seiner Absichten. In einer vorab veröffentlichten Erklärung für die Abgeordneten wurden die eigenen Zusagen als rechtlich bindend bezeichnet.

In Großbritannien gibt es starke Vorbehalte gegen die mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Pläne zum Erwerb von Astra-Zeneca, dem zweitgrößten Arzneimittel-Hersteller des Landes. Es wäre die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch einen Käufer aus dem Ausland. Das Vorhaben schürt Ängste vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und einer Schwächung der britischen Pharmaforschung.

Pfizer hat in der Vergangenheit nach großen Akquisitionen mehrfach massiv Stellen gestrichen. Zudem schadete der Viagra-Hersteller seinem Ansehen in Großbritannien, als er in seinem Forschungszentrum im Süden Englands 1700 Jobs abbaute.

Pfizer ist den Bedenken zuvor schon mit einer Reihe von Zusagen für die kommenden fünf Jahre entgegengetreten. Für den Fall einer Annahme seiner Offerte verpflichtet sich der Konzern, Astra-Zenecas neues Forschungszentrum in Cambridge fertigzustellen, an einem Werk in Nordwesten Englands festzuhalten und ein Fünftel des Forschungspersonals in Großbritannien zu beschäftigen.

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