Astra-Zeneca-Übernahme
Pfizer plant höhere Offerte

Der US-Konzern Pfizer will den britischen Rivalen Astra-Zeneca übernehmen – und das ist dem Konzern noch mehr Wert als gedacht. Pfizer-Chef Read umwirbt zudem die Abgeordneten des britischen Unterhauses.
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BangaloreDer US-Pharmahersteller Pfizer wirbt im Kampf um den britisch-schwedischen Konkurrenten Astra-Zeneca um Vertrauen bei Politikern und Aktionären. Konzernchef Ian Read verteidigte am Dienstag vor Abgeordneten des britischen Unterhauses den geplanten Mega-Deal. Steuerzahler im Vereinigten Königreich und Pfizer-Aktionäre würden von der Übernahme profitieren, sagte der gebürtige Schotte in London. Zudem wandte sich Pfizer mit einer Präsentation direkt an die Aktionäre, um sie von den Vorteilen einer Übernahme zu überzeugen.

Steuern zu sparen sei für Pfizer zwar auch ein Motiv, aber nicht das einzige, sagte Read. Er gab zu, dass die Übernahme Jobs kosten werde. „Wo auf der Welt, das kann ich nicht sagen.“ In einem Brief an den britischen Premierminister Cameron hatte er jedoch zugesichert, ein Fünftel der Arbeitsplätze im Bereich Forschung und Entwicklung im Vereinigten Königreich anzusiedeln. Pfizer habe „nie dagewesene Zugeständnisse“ gemacht, sagte Read.

Großbritanniens Wirtschaftsminister Vince Cable sagte, die Regierung stehe vor einem „Dilemma“, nationale Interessen zu schützen oder offen zu sein gegenüber den Vorteilen von Investitionen aus dem Ausland.

Der Viagra-Hersteller wirbt seit Januar um Astra-Zeneca. Ein Angebot in Höhe von 63 Milliarden Pfund (77 Milliarden Euro) hatte Astra Anfang Mai ebenso abgelehnt wie die beiden vorausgegangenen Offerten. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will Pfizer nachlegen und das Angebot selbst sowie den Baranteil erhöhen. Unternehmenssprecher wollten die Informationen nicht kommentieren.

Astra-Zeneca zeigte sich unterdessen weiter unnachgiebig gegenüber dem Werben der Amerikaner. Das Angebot sei „opportunistisch“, teilte das Unternehmen mit. Konzernchef Pascal Soriot warnte die Parlamentarier in London, eine Übernahme könne die Entwicklung lebenswichtiger Medikamente ausbremsen. Andererseits werde man ein Angebot erwägen müssen, wenn es den echten Wert des Konzerns schätze.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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