AstraZeneca
Einigung im US-Streit über Cholesterinsenker

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca einigt sich mit seinen Konkurrenten im US-Patent-Streit. Ab sofort dürfen Konkurrenzfirmen billigere Nachahmerprodukte eines Cholesterinsenkers herstellen.
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LondonDer britische Pharmakonzern AstraZeneca hat einen Streit über den Patentschutz seines wichtigen Cholesterinsenkers Crestor auf dem weltgrößten Pharmamarkt USA beigelegt. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wurde mit den Generikaherstellern Watson Laboratories, einer Tochter des Actavis- Konzerns, und Egis ein Vergleich geschlossen. Demnach darf Watson ein billigeres Nachahmermedikament vom 02. Mai 2016 an verkaufen und muss AstraZeneca dafür einen Teil der Verkaufserlöse überlassen. Auch die Firma Egis, die ein Partner von Watson ist, profitiert von Verkäufen. Der Einigung zufolge könnte der Marktstart des Nachahmerpräparates sogar bereits früher beginnen. Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht.

Crestor ist gemessen am Umsatz das Top-Medikament von AstraZeneca. Der Konzern erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von weltweit 6,25 Milliarden Dollar - davon stammten allein 3,16 Milliarden Dollar aus dem US-Geschäft. Ab Mitte 2016 droht für Crestor ohnehin die Konkurrenz durch Generikahersteller, weil das Patent ausläuft. AstraZeneca unternimmt deswegen auf dem wichtigen US-Markt große Anstrengungen, um das Präparat bis dahin zu schützen.

AstraZeneca will die Einigung mit den Generikaherstellern nun bei der US-Kartellbehörde und beim US-Justizministerium anmelden. Zwar sind solche Patentübereinkünfte zwischen Herstellern von Originalpräparaten und Generikafirmen keine Seltenheit in der Pharmabranche. Weil dadurch aber der Markteintritt günstiger Generika hinausgezögert wird, sind solche Absprachen den Behörden zunehmend ein Dorn im Auge. Für AstraZeneca ist es jedoch entscheidend, sich in den USA so lang wie möglich die Generikakonkurrenz vom Nacken zu halten. Denn der Nachschub an neuen Arzneien, die den drohenden Umsatzausfall ausgleichen könnten, ist derzeit eher spärlich. (Reporter: Ben Hirschler; geschrieben von Thomas Seythal, Frank Siebelt; redigiert von Kerstin Dörr)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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