Astyx-Beteiligung ZF setzt auf Radar-Sensoren

Der Wettlauf ums Autonome Fahren nimmt weiter Fahrt auf. Hersteller reißen sich um Sensortechnologien. Nun baut der deutsche Zulieferer ZF Friedrichshafen sein Geschäft mit einem weiteren Zukauf aus.
Update: 30.03.2017 - 11:04 Uhr Kommentieren
„Das Autonome Fahren wird niemand alleine schaffen.“ Quelle: obs/ZF Friedrichshafen AG
ZF-Chef Stefan Sommer

„Das Autonome Fahren wird niemand alleine schaffen.“

(Foto: obs/ZF Friedrichshafen AG)

FriedrichshafenZF Friedrichshafen setzt seine Aufholjagd bei Technologien fürs autonome Fahren fort. Der hinter Bosch und Continental drittgrößte deutsche Autozulieferer hat rund 45 Prozent der Anteile am Ottobrunner Radarsensoren-Hersteller Astyx übernommen. „Wir sind dabei, unsere Technologielücken zu schließen“, sagte ZF-Chef Stefan Sommer am Donnerstag.

Im vergangenen Jahr hatte ZF erst den Laser-Hersteller Ibeo gekauft. „Aus der Fusion der Daten von Radar-, Lidar- (Laser) und Kamerasensoren ergibt sich eine perfekte Umgebungswahrnehmung als Voraussetzung fürs autonome Fahren“, betonte Sommer vor der Bilanzvorstellung. ZF werde diesen Pfad konsequent weitergehen. „Mit ZF haben wir einen starken Partner an Bord“, sagte Astyx-Geschäftsführer Günther Trummer. Die Anteile stammen der Hannover-Finanz-Gruppe sowie den Gründergesellschaftern.

Zum Kaufpreis sagte Sommer nichts. Für ihn ist die Übernahme der Anteile ein wichtiger Teilerfolg, nachdem im vergangenen Herbst Knorr-Bremse den Friedrichshafenern den schwedischen Bremsenhersteller Haldex vor der Nase weggeschnappt hatte. Dabei setzt ZF immer mehr auf Beteiligungen und Kooperationen. „Das Autonome Fahren wird niemand alleine schaffen“, ist sich Firmenchef Sommer sicher.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Der Zulieferer hat eine Tochterfirma gegründet, in der die Beteiligungen gebündelt sind. „Wir wollen damit Schlüsseltechnologien schneller in die Umsetzung bringen“, sagt Torsten Gollewski, Leiter der ZF-Vorentwicklung und zugleich Chef der neuen Zukunft Ventures GmbH. Ziel der Konzernführung ist es, mit Bosch und Continental mitzuhalten. „Wir machen die Mechanik intelligent“, betonte Sommer. Beim Autonomen Fahren würden die Ansprüche der Kunden an das Fahrwerk sich sogar noch erhöhen, wenn sich die Menschen während der Fahrt mit anderen Dingen beschäftigen als mit dem Lenken.

Der ehemalige Getriebe- und Fahrwerksspezialist hatte vor drei Jahren für über 12 Milliarden Dollar den US-Konzern TRW übernommen und damit einen Riesenschritt in Richtung Zukunftstechnologien getan. Jetzt ergänzt ZF das Portfolio mit kleineren Übernahmen.

Für 2017 peilt Sommer einen Konzernumsatz von rund 36 Milliarden Euro an. Im vergangenen Jahr kletterte der Erlös dank der erstmals für ein volles Jahr in die Bilanz eingerechneten TRW um 20,6 Prozent auf 35,2 Milliarden Euro, wie ZF am Donnerstag mitteilte. Damit liegt der Umsatz allerdings am unteren Ende der ursprünglich anvisierten Spanne von 35 bis 36 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs von knapp 1,6 Milliarden Euro auf über 2,2 Milliarden Euro, was einer bereinigten EBIT-Marge von 6,4 Prozent entspricht.

Sommer machte dafür unter anderem Synergien durch die Integration des 2015 für 12,4 Milliarden Dollar übernommenen US-Spezialisten für Fahrsicherheit verantwortlich. Für 2017 erwartet der Manager eine bereinigte Ebit-Marge von über sechs Prozent.

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