Atombetreiber
Tepco bekommt milliardenschwere Staatshilfe

Tepco bekommt das dringend benötigte Geld. Die japanische Regierung will den Betreiber der Atomruine Fukushima vor dem finanziellen Zusammenbruch bewahren. Die Katastrophe kommt Japan sehr teuer zu stehen.
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Tokio

Die japanische Regierung hat dem Betreiber der Atomruine in Fukushima finanzielle Hilfe bei der Bewältigung der horrenden Entschädigungszahlungen für die Opfer der Atomkatastrophe zugesichert. Zu diesem Zweck soll eine staatliche Finanzierungsgesellschaft gegründet werden, wie die Regierung am Freitag beschloss. Der Betreiber Tepco wird wegen der Katastrophe in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich eine Billion Yen (8,7 Milliarden Euro) abschreiben. Die gleiche Summe benötigt Tepco, um Gas, Öl und Kohle für konventionelle Kraftwerke einzukaufen.

Diese sollen die in Fukushima ausgefallenen Kapazitäten ersetzen. Im Gegenzug für die Staatshilfe akzeptierte Tepco die Bedingung der Regierung, harte Sparmaßnahmen zu ergreifen. Zudem soll ein unabhängiger Ausschuss das Finanzgebaren des Konzerns überprüfen. Weder die Regierung noch Tepco haben bisher Schätzungen über die Höhe der erwarteten Kosten abgegeben. Medien beziffern die Höhe der Kosten auf bis zu über zehn Billionen Yen (87 Milliarden Euro). Die Regierung will daher Tepco helfen, nicht unter dieser Last zusammenzubrechen.

Der Rettungsplan sieht vor, das der Staat der zu gründenden Finanzierungsgesellschaft unverzinste Anleihen zur Verfügung stellt. Diese können jederzeit eingelöst werden, um damit Tepco mit Krediten zu versorgen. Darüber hinaus sollen andere Atombetreiber im Lande ebenfalls Mittel beisteuern. Manche Politiker sorgen sich jedoch, dass dies zu höheren Stromrechnungen führt und die Kosten am Ende auf den Steuerzahler abgewälzt werden. Das Regierungsvorhaben bedarf der parlamentarischen Zustimmung. Es sollen entsprechende Gesetzesanträge noch in der laufenden Sitzungsperiode dem Parlament vorgelegt werden.

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  • Es geht aber um viel mehr als um Geld, auch wenn das offenbar für so manchen nicht leicht zu begreifen ist.

  • sperr die Augen auf! Es wurde NUR von Geld gesprochen.

  • Wenn man sich den Nikkei anschaut, kann man glauben die Katastrophe in Japan war halb so schlimm. Viele Traumtänzer glauben die Japanische Wirtschaft wird sich ähnlich schnell wie nach Kobe erholen. Ein Beispiel: Toyota Umsatz in April - 37% im Mai -69%. Die haben in Jahr jetzt schon in den Sand gesetzt und die nächsten Monaten werden noch schlimmer. Zur Zeit sind in Japan von 54 AKWs 35 abgeschaltet. 5 kommen noch in den nächsten Wochen dazu. Damit hat Japan 75% weniger Atomstrom zur Verfügung. Dazu kommt das Japan zwei Stromnetze hat die nicht einfach zusammengeschaltet werden können. Der Reaktor 1 in Fukushima hat aufgrund einer Kernschmelze dicke Löcher im Boden wo das Wasser was oben reingeschüttet wird unten wieder rausläuft. Den Reaktor unter Kontrolle zu bekommen wird zur "Mission Impossible". Den Japanern wurden große Aktienkredite eingeräumt damit die Ihre Aktien nicht veräußern. Wenn man sich die KGV japanischer Firmen und dann wirtschaftlichen Aussichten einrechnet sind die Depots vom Fair Value total überzogen. Was mit Krediten geschehen kann die mit faulen Papieren abgesichert sind hat die Vergangenheit schon oft gezeigt. Der Kredit an Tepco ist gerade erst mal erst der Anfang einer japanischen Wirschaftstragödie....

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